Musikwissenschaftler Dr. Reinhold Schlötterer überreicht Manuskript eines unveröffentlichten ...
"Feuriges" für das Parksteiner Vulkanmuseum

Ausstellungseröffnung im Parksteiner Vulkanmuseum: Manfred Reiß vom heimatkundlichen Arbeitskreis Parkstein (von links), Ausstellungsleiterin Anita Bauer vom Strauss-Institut Garmisch-Partenkirchen und Musikwissenschaftler Dr. Reinhold Schlötterer. Bild: Prölß
Kultur
Parkstein
03.11.2014
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Der Lyriker Nikolaus Lenau war kein Unbekannter im Hause Strauss. Den Sohn inspirierte er zur symphonischen Dichtung "Don Juan", der Vater fühlte sich - wie viele seiner Zeitgenossen - von Lenaus romantischen Gedichten angesprochen. Von sehnsuchtsvollen Zeilen wie "Du, schöne Stunde, warst mir hold", die Franz Joseph Strauß stimmungsvoll vertonte. Vortragsbezeichnung: "Sehr feurig". Als hätte er geahnt, wohin einmal die Reise geht.

Manuskript überreicht

Im Parksteiner Vulkanmuseum überreichte der Münchner Musikwissenschaftler Dr. Reinhold Schlötterer das Manuskript des bislang unveröffentlichten Strauß-Liedes an die Marktgemeinde. Ein passendes Präsent zur Eröffnung der Richard-Strauss-Ausstellung, die noch bis 21. November im Souterrain des Museums zu sehen ist. Unter dem Titel "Strauss-Bilder" wird hier der Komponist mit Texten, Bildern und Tonbeispielen facettenreich beleuchtet.

Eine Facette von Richard Strauss ist die Oberpfälzer Abstammung seines Vaters Franz Joseph Strauß (die Schreibweise "Strauss" übernahm Sohn Richard erst 1883), der am 26. Februar 1822 in Parkstein geboren wurde. Von hier aus führte der Weg nach München, wo er es zum ersten Hornisten der königlichen Hofkapelle und zum Professor an der Akademie der Tonkunst brachte. Zu seinen Kompositionen zählen verschiedene Werke für Horn, aber auch zahlreiche Charakter- und Unterhaltungsstücke.

Als eine Gelegenheitsarbeit für "das Musizieren im heimischen Kreis" ordnet Dr. Schlötterer die überreichte Liedvertonung ein. Das Manuskript stammt aus dem Besitz seiner verstorbenen Ehefrau, der Musikwissenschaftlerin Dr. Roswitha Schlötterer-Traimer. Als Dank für ihre Katalogisierungsarbeiten zum Werk von Franz Joseph Strauß erhielt sie es 1996 von Strauss-Enkel Richard Strauss Junior. Es war der Wunsch der Verstorbenen, das "Ghasel" überschriebene Lied der Gemeinde Parkstein zu vermachen.

Der etwas ungewöhnliche Gedicht- und Liedtitel entstammt der arabischen Lyrik und verweist auf ein besonderes Reimschema. Für die Vertonung wählte Strauß "feuriges" A-Dur, beschwingten Achtelrhythmus in der Singstimme und eine arpeggierende Klavierbegleitung.

Für 2015 geplant

Als Termin für eine Wiederaufführung hat Manfred Reiß, Leiter des heimatkundlichen Arbeitskreises Parkstein, das Jahr 2015 angedacht, wenn sich der Todestag von Franz Strauß zum 110. Mal jährt. Eine Kopie des Originals soll schon bald im Museum "Vulkanerlebnis Parkstein" zu sehen sein.

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Ausstellung "Strauss-Bilder": bis 21. November, Museum "Vulkanerlebnis Parkstein". Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, 13 bis 17 Uhr.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.vulkanerlebnis-parkstein.de
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