"Nix is', wie's war"
Grandiose Theaterpremiere in Parkstein

"Der Mascara" (Martin Hauer, hinten) prophezeit bei einem Blick durch den Guglhupf Bäckermeister Toagerl (Matthias Reiß) sogar eine eigene "Semmelstraße". Bild: bey
Kultur
Parkstein
21.02.2016
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Gutgläubige Menschen, die all ihr Hab und Gut einem überlassen, der ihnen Glück, Ansehen und Reichtum verspricht. Gibt es das wirklich nur auf der Bühne?

Mit der hintergründigen Komödie "Der Mascara" hat das Basalttheater Parkstein einen grandiosen Erfolg gelandet. Die Premiere am Freitagabend im vollbesetzten Jannersaal lebte von der Schauspielkunst der Bühnenakteure. Alle Rollen sind ideal besetzt. Der Humor kommt nicht zu kurz, die Dialoge sind köstlich, die Pointen kommen punktgenau. Das Publikum braucht nicht einmal eine Minute, um in Stimmung zu kommen.

Donnerwetter im Saal


Da sitzen zu Beginn des Stückes die Dorfbewohner in der alten Schmiede und beten angesichts eines starken Unwetters, das dank der Technik im Janner-Saal mit Blitz und Donner daherkommt, einen Rosenkranz nach dem anderen. Urplötzlich taucht ein Fremder auf, der sich als "Der Mascara" (Martin Hauer) vorstellt und sich als Hellseher ausgibt. Freilich, das was er von sich gibt, ist oftmals nur die logische Konsequenz des Augenblicks, wenn er beispielsweise verspricht, dass das Donnerwetter ein Ende haben wird.

Den Dorfbewohnern ist's gleichgültig. Sie vertrauen ihm. Nur die "Ungläubige" (Susanne Piller) zweifelt an dem "Eindringling", aber der Bürgermeister (Erwin Bösl) holt den "Mascara" wieder zurück.

Blick durch den Guglhupf


Beim Blick durch einen Guglhupf prophezeit er dem Bäckermeister Toagerl (Matthias Reiß) eine Semmelstraße, dem Wirt (Markus Schraml) einen höheren Bierpreis, der Hebamme (Claudia Pausch) das Glück und dem Bürgermeister eine Karriere als Minister.

Da schwebt Frau Bürgermeister (Anita Bösl) endgültig in höheren Regionen. "Ich sehe all euer Glück auf der Welt", sagt der "Mascara". Dafür hat er in seinem Rucksack unsichtbare Masken des Glücks dabei. "Ich setz' dir's auf, nix is', wie's war, drum nennt man mich der ,Mascara'." Die Prophezeiungen gibt es natürlich nur gegen Bares oder im Tausch mit der goldenen Uhr des Bürgermeisters.

Da setzt sich die Taglöhnerin Mirzl (Bianca Glaubitz) eine echte Maske auf und erzählt die wahre Lebensgeschichte des "Mascara", einem ehemaligen Knecht. Sie verbünden sich und verkaufen den Dorfbewohnern unsichtbare Masken, die diese zu dem werden lassen, was sie gerne wären. Pater Friedl (Regisseur Berthold Kellner) schließlich gelingt es mit der "Ungläubigen", das Geheimnis um den "Mascara" zu lüften. Und aus der Dunkelheit des Saales erklingt zum letzten Mal der Spruch "Ich setz' dir's auf, nix is', wie's war, drum nennt man mich den Mascara".
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