Autark von jedem Stromanbieter

Lokales
Parkstein
21.02.2015
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Das Dach des Einfamilienhauses Ahornweg 9 ziert eine kleine Photovoltaikanlage, heutzutage keine Besonderheit mehr. Und dennoch ist das Gebäude der Familie Langgärtner außergewöhnlich: Im Keller steht die erste in der Nordoberpfalz installierte Hochtemperatur-Brennstoffzellenanlage. In Verbindung mit der Photovoltaikanlage macht sie die Hausbesitzer autark von jedem Stromanbieter.

(bey) "Ich brauche keine Gleichstromtrasse", sagt Josef Langgärtner bei der Inbetriebnahme der Anlage. Noch handelt es sich um einen Feldversuch über drei Jahre, in dem Langgärtner Partner der Firma Vaillant ist, die als erster Hersteller von Heiz- und Lüftungstechnik eine solche Brennstoffzellenheizung entwickelt hat.

Geld von der EU

Energie wird nicht mehr mechanisch, sondern elektrochemisch umgewandelt. Damit geht eine weitere Steigerung er Effizienz einher. Im Praxistest werden Daten gesammelt, um die Technologie weiter zu optimieren. Das Vorhaben wird finanziell von der EU unterstützt. Geschäftsführer Thomas Wilhelm von der Firma Bad & Heizung Sperber in Windischeschenbach stellte die erdgasbetriebene Brennstoffzellentechnik vor, bei der ökologisches und wirtschaftliches Heizen im Vordergrund stehe. Die Technik liefere eine Leistung von 1 KW Strom und 2 KW Wärme. Dazu werde aus Erdgas Wasserstoff gewonnen. Bei der anschließenden Reaktion mit Sauerstoff entstünden Wärme und Strom. Beides werde im Haus der Familie Langgärtner verwendet.

Beim Blick in den Kellerraum fällt das neue Brennstoffzellen-Heizgerät nicht auf: Es gleicht einen großen Warmwassertherme. Doch die darin enthaltene Technik macht den Fortschritt aus.

Riesige Akkus im Keller

"Die neue Brennstoffzellentechnik der Firma Vaillant ist eine phantastische Sache", schwärmt Josef Langgärtner, der im Keller auch riesige Akkus stehen hat, die den Strom aus der PV-Anlage auf dem Dach speichern. Der Stromverbrauch sei merklich zurückgegangen, innerhalb eines Jahres von 340 auf 8 KW. Und nachdem Einspeisen von Strom ins Netz nicht rentabel ist, denkt Langgärtner einen Schritt weiter: Vielleicht lässt sich damit ein Elektroauto betreiben.

Mario Stanojevic von Vaillant Deutschland erklärte, dass die Kunden drei Jahre dieses Brennstoffzellenheizung einschließlich der Installation zum Festpreis erhielten. Nach drei Jahren werde die Anlage wieder abgebaut, der Hauseigentümer erhalte dann eine in den Kosten enthaltene verfügbare Serienlösung. Am Samstag, 28. Februar, haben von 13 bis 16 Uhr Interessenten die Möglichkeit, sich im Hause Langgärtner zu informieren.
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