Bürger bringen sich ein

Im Vergleich zum sanierten Schloss wirkt der Vorplatz mit Schotterweg und Obstbaumwiese noch etwas provisorisch. Der Förderantrag zur Umgestaltung ist aber bereits in Arbeit. Bild: bgm
Lokales
Parkstein
05.10.2015
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"Mitmachen und gestalten, so kann man das sperrige Wort Integrierte Stadtentwicklung übersetzen", sagte Birgit Plößner von der Arbeitsgruppe "Information und Beteiligung". Sie hatte einen Informationsabend organisiert, bei dem vier Gruppen ihre bisherigen Ergebnisse präsentierten.

Eine Seniorengemeinschaft mit gegenseitigen Hilfeleistungen ist Kernthema bei der Gruppe "Unterstützung vor Ort - Bürger für Bürger". "Jeder hat seine Talente und kann sich einbringen", erklärte Wolfgang Dütsch. Typische Leistungen seien beispielsweise Begleitungen bei Einkäufen, handwerkliche Hilfen, die Grabpflege oder die Versorgung der Haustiere bei Krankenhausaufenthalten.

Keine Konkurrenz

Dütsch betonte, dass es sich nur um kleine Tätigkeiten handle. "Sie sollen keiner Firma Konkurrenz machen." Im Landkreis Kronach gibt es bereits eine solche Gemeinschaft. Je Stunde werden acht Euro berechnet. Zwei Euro fließen in Versicherungen. Die übrigen sechs Euro kann sich der Dienstleister auszahlen lassen oder als Guthaben ansammeln, um selbst Leistungen der Gemeinschaft in Anspruch zu nehmen.

Architekt Josef Schöberl stellte Pläne für ein Seniorenwohnheim im Norden des Gemeindegebietes, hinter dem ehemaligen Lagerhaus vor. Das 2,4 Hektar große Grundstück sei das einzige, das nach allen Überlegungen noch übrig geblieben sei. Es befindet sich im Eigentum der Gemeinde und in fußläufiger Entfernung zum Ortskern. Zudem biete es unverbaubaren Ausblick in Richtung Wendersreuth und könnte durch die vorhandenen Parkflächen wenigstens zum Teil erschlossen werden.

Nachteilig sei, dass das Gelände relativ steil sei und Senioren auf dem Weg in die Ortsmitte die Kreisstraße überqueren müssten. Ein Grundsatzbeschluss der Gemeinde, der den Nordhang grundsätzlich von Bebauung freihalten solle, sei dagegen kein Hindernis. Einzelprojekte seien dennoch möglich. Schöberl präsentierte einen Entwurf, der sich fächerförmig ins Gelände "duckt" und "nicht zu stark auffällt." Die Gemeinde soll den Standort prüfen.

Betriebe präsentieren sich

Bei der Gruppe Wirtschaft dreht sich alles um die Frage "Was können wir tun, um Menschen in der Selbstständigkeit nach Parkstein zu bringen?" Drei Schritte hat sich das Team überlegt. Die Vermarktung des Gewerbegebiets soll vorangetrieben werden. In einer Reihe sollen Unternehmer ihre Betriebe vorstellen. Auch sollen Leerstände aufgezeigt und Nutzungsmöglichkeiten erarbeitet werden.

Plößner stellte eine Neubürger-Mappe vor, die in der Gruppe "Information und Beteiligung" erarbeitet wurde. Pro Jahr würde Parkstein 80 bis 100 Zuzüge verzeichnen. In der Vorlage finden die neuen Bürger Infos über Vereine und Historisches. Als "Zuckerl" sollen Gewerbetreibende Coupons beisteuern. Ferner wird die Homepage der Gemeinde mit Anregungen der Gruppe umgebaut.

Das Projekt Gemeindezeitung wurde aus Kosten- und Zeitgründen zunächst zurückgestellt. Ursula Wersch präsentierte die Zwischenergebnisse der Gruppe "Ortsentwicklung und Gestaltung". Hauptthema ist die Umgestaltung des Schlossplatzes, wobei ein offener Weg zum Museum geschaffen werden soll. Im nächsten Schritt wird ein Förderantrag gestellt.
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