Dr. Thomas Holtmeier referiert über Organspende - Bericht eines Betroffenen
"Jeder kann betroffen sein"

Dr. Thomas Holtmeier und Franz Nowy informierten über das Thema Organspende. Bild: hfz
Lokales
Parkstein
17.10.2015
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"Mit Organen Leben spenden - Vertrauen zurückgewinnen". Zu diesem Thema referierte der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Thomas Holtmeier, bei einer gemeinsamen Veranstaltung der KEB und der Pfarrgemeinde St. Pankratius Parkstein. Pfarrgemeinderatssprecher Hermann Meier übernahm die Begrüßung. Neben Pfarrer Pennoraj befand sich mit Franz Nowy auch der Vorsitzende der Selbsthilfegruppe der Dialysepatienten und Nierentransplantierten der Region Weiden unter den Zuhörern.

Trotz rasanter Fortschritte in der Medizin bleibe oft nur die Organtransplantation als letzte Möglichkeit, sagte Dr. Holtmeier. Denn "viele Körperfunktionen können nur mittels Organtransplantation ersetzt werden." Er beleuchtete auch die Themen Warteliste und Organverteilung in Europa. Dabei verschwieg er auch Fälle von Missbrauch nicht. Durch neuere Vorkehrungen - wie zum Beispiel das 6-Augen-Prinzip bei der Zuteilungsentscheidung - solle eine Wiederholung derartiger Skandale ausgeschlossen werden.

Ein wichtiger Gesichtspunkt bei der Organspende sei die Diagnose Hirntod. Der Referent ging aber auch auf die Möglichkeit der sogenannten Lebendspende - wie eine Organspende unter nahen Verwandten - ein. Gerade weil es in den vergangenen Jahren einen dramatischen Rückgang der Spendenbereitschaft gegeben habe, sei es wichtiger denn je, sich als Spender zur Verfügung zu stellen, so der Appell von Holtmeier. "Jeder kann seinen Beitrag zur Gesundheit der Mitmenschen leisten und jeder könne auch selbst betroffen sein oder aber seine Angehörigen", konstatierte der Mediziner.

Abgerundet wurde der fachliche Vortrag durch die Sichtweise eines betroffenen Nierentransplantierten. Franz Nowy erzählte auf humorvolle und doch berührende Weise aus seinem bewegten Leben: Von der ersten Diagnose und der damit verbundenen Dialyse - mit allen Einschränkungen im Privaten und im Beruf - bis hin zum Hoffen, Warten und schlussendlich zur Transplantation einer neuen Niere. Er berichtete vom Versagen des neu implantierten Organs und dem erneuten mehrjährigen Warten auf ein zweites Spenderorgan, mit dem er heute leben darf. Abschließend standen die Referenten für viele Fragen zur Verfügung.
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