Entlassung beantragt

Lokales
Parkstein
28.03.2015
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Michael Schiffer ist ab 1. April alleiniger Pächter des Parksteiner Jagdreviers. In der Jahreshauptversammlung der Parksteiner Jagdgenossenschaft stimmten alle 21 Genossen dem Ausscheiden des bisherigen Mitpächters Dieter Hültner und der Übertragung der jagdlichen Alleinverantwortung auf Schiffer zu.

Im verkürzten Jagdjahr 2014 nach dem Einstieg als Jagdpächter zum 1. Juli ist es Schiffer gelungen, bislang zehn Wildschweine zu erlegen. "Ein vernünftiger Erfolg für ein Rumpfjahr", meinte der Pächter in der Jahreshauptversammlung.

Mehrere Wildschäden

Jagdvorsteher Martin Busch erinnerte daran, dass der Beginn des Pachtverhältnisses mit Michael Schiffer auf den 1. April 2014 zurückdatiert worden sei. Nach der Übernahme des Amtes als Jagdvorsteher hat Busch mehrere Wildschäden regulieren müssen. Erfreulich nannte er das Entgegenkommen eines Jagdgenossen, der einen Schaden gemeldet hat, aber auf Erstattung verzichtete.

Die Jagdgenossenschaft hatte aber auch noch Anwaltskosten in Höhe von 1858 Euro zu begleichen, an deren Ausgleich sich der Markt Parkstein mit 1458 Euro beteiligte. Aus formellen Gründen beginnt nach den Worten des Jagdvorstehers die Amtszeit des Vorstands erst am 1. April und läuft dann fünf Jahre. Der Jagdpachtschilling soll laut Jagdvorsteher wieder für den Wegebau verwendet werden.

Jagdpächter Schiffer nannte die Wildschweinjagd schwierig. Deshalb dankte er den Jagdgenossen und Grundbesitzern für das Entgegenkommen, auch am Waldrand bei Maisfeldern einen breiten Streifen für die Jagd freizulassen. Der Jagdpächter bevorzugt aufgrund früherer Erfahrungen in anderen Revieren eine gemeinsame Ansitzdrückjagd, weil hier ein besserer Abschuss möglich sei. Schiffer hat überdies 17 Füchse erlegt und hofft auch hier noch auf eine höhere Abschusszahl. Dann sollten nach den Worten Schiffers in zwei Jahren auch Fasane heimisch werden können.

Besonders erfreulich sind laut Michael Schiffer zwei Ketten Rebhühner im Bereich Berghof und eine Kette bei Hammerles. Ein Feldhasenbestand sei erkennbar, aber nicht bejagbar. Bei der Erstellung des Verbissgutachtens haben sich keine Schäden gezeigt.

Zu der von Dieter Hültner beantragten Entlassung aus dem Jagdpachtvertrag wollte sich Michael Schiffer nicht äußern. Als neue Mitjäger stellten sich Michael Neubauer und Inka Weber sowie Werner Dietl vor. Manfred Gradl fehlte aus beruflichen Gründen.

"Gute Lösung"

Mitpächter Hültner hatte wegen "unüberwindlicher Hindernisse" mit Michael Schiffer seine Entlassung aus dem Jagdpachtvertrag beantragt. Noch vor der Abstimmung dankte Schriftführer Hans Schäfer dem Mitpächter für seinen Einstieg als Jäger während der Zeit des Notvorstandes der Jagdgenossenschaft.

Bürgermeisterin Tanja Schiffmann dankte Hültner ebenfalls für seine geleistete Arbeit. Die Lösung mit zwei Jagdpächtern sei als gut betrachtet worden. Ausdrücklich hob die Bürgermeisterin das Miteinander zwischen Jagdpächter und Landwirten hervor.

In der abschließenden Diskussion forderte ein Genosse ein Ende der Mitgliedschaft der Genossen beim Bayerischen Bauernverband. Von 70 Euro Mitgliedsbeitrag habe die Jagdgenossenschaft keinen Nutzen. Schriftführer Hans Schäfer versprach, diesen Wunsch in einer Vorstandssitzung zu besprechen.
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