Erdkabel kein Wundermittel

Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht stand beim Bürgergespräch in Parkstein Rede und Antwort. Vor allem der Verlauf der geplanten Stromtrassen bewegte die Diskussionsteilnehmer. Bild: bgm
Lokales
Parkstein
07.08.2015
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Energiewende, Stromtrassen und Erdverkabelung - beim Bürgergespräch im neuen Feuerwehrhaus mit CSU-Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht drehte sich alles darum, wie der Strom von A nach B kommt. Klar ist nur eines: Das Thema elektrisiert.

Im Moment zähle die Vereinbarung zwischen Ministerpräsident Horst Seehofer und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, dass die Erdverkabelung bei neuen Gleichstromtrassen Vorrang habe, erklärte Rupprecht. Bei einer Erdverkabelung könne es aber zu einem völlig anderen Trassenverlauf kommen als bei den bisher geplanten überirdischen Leitungen. "So besteht noch die Hoffnung, dass die Trasse vielleicht überhaupt nicht zu uns kommt."

"Ich will nicht sagen, dass das der harmlose Weg ist", schränkte der Abgeordnete ein. Eventuell würden Ausgleichszahlungen an Landwirte fällig. Oberstes Gebot sei, die Belastungen für Mensch, Natur und Landschaft möglichst gering zu halten. Beim weiteren Vorgehen stünde die Frage im Vordergrund, ob man die Leitung überhaupt brauche.

Klima als Hauptproblem

Wie viel Strahlung von einem Erdkabel ausgehe, wollte ein Diskussionsteilnehmer wissen. Selbst Fachleute, ob vom Netzbetreiber Amprion oder der Bundesnetzagentur, würden da noch keine sicheren Aussagen treffen können, berichtete Rupprecht. Er wurde zum Thema Energieversorgung auch nochmal grundsätzlich: "Ich persönlich halte das Klimaproblem für bedenklicher als die Bedrohung durch die Kernenergie", bekannte der Albersriether.

90 Prozent der Bürger hätten ihm gesagt, dass sie einen schnelleren Ausstieg aus der Atomenergie möchten. "Ich habe zugesagt, dass auch so in Berlin zu vertreten. Ich habe aber auch gesagt, dass das Belastungen mit sich bringen wird", erinnerte Rupprecht. Das heiße aber nicht, dass man jetzt "jeden Blödsinn" hinnehmen müsse. Planungen, wonach eine Stromtrasse das Sauerbachtal queren könnte, beunruhigten einen anderen Bürger. "Das ist ein überregionales Naherholungsgebiet. Da passt das überhaupt nicht hin."

Teure Technik

Power-to-Gas, ein Verfahren, mit dem Windstrom in Methan umgewandelt und dann durch Erdgasleitungen verteilt werden kann, favorisiert eine andere Bürgerin. Das ist laut Fachleuten kaum zu realisieren, meinte Rupprecht.

Dank für seinen Einsatz zu den Stromtrassen erhielt Rupprecht von Marktrat Michael Gleißner. "Die Kommunalpolitik kann in diesem Fall wenig bis gar nichts ausrichten." Nur die Landtags- und Bundestagsabgeordneten könnten auf verträgliche Lösungen für Mensch und Natur drängen.
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