Feuerwehr, Rotkreuz-Helfer und Tierärztin retten verletzten Großvogel - der muss vielleicht ...
Es schwant nichts Gutes

Nach 20 Minuten Jagd hatte die Feuerwehr Parkstein alles im Griff. Viel kleiner sind die Probleme des Schwans aber nicht geworden, nachdem ihn die Floriansjünger vorsichtig in ihr Quartier gebracht hatten.
Lokales
Parkstein
11.06.2015
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Der Anblick jagte vielen einen Schrecken ein, die am Mittwochabend zwischen Schustermooslohe und Parkstein mit dem Auto unterwegs waren: Am Straßenrand parkten drei Feuerwehrautos plus ein Einsatzfahrzeug des Roten Kreuzes. Doch statt eines Horrorunfalls handelte es sich um eine ungewöhnliche Rettungsaktion.

Christian Bösl, dem Leiter der Helfer vor Ort aus Parkstein, war gegen 20 Uhr ein Schwan aufgefallen, der am Straßenrand entlanghüpfte und offensichtlich nicht mehr fliegen konnte. Er bat die Parksteiner Feuerwehr um Hilfe.

Deren Aktive waren gerade dabei, im Gerätehaus aufzuräumen. Schnell waren sie in Dienstkleidung und bliesen zur Schwanenjagd. Nach 20 Minuten hatten sie den verängstigten Vogel behutsam in einen Käfig verfrachtet und zum Gerätehaus transportiert. "Unser erster Gast nach der Einweihung am Wochenende", sagt Kommandant Tobias Plößner. Die Polizei wusste auch nicht so recht wohin mit dem Schwan. Die Püchersreuther Tierärztin Dr. Anni Fütterer nahm sich schließlich des Tieres an. Sie tippt auf einen gebrochenen Flügel. "Ich muss nochmal untersuchen, ob er amputiert werden muss oder bleiben kann, je nachdem, was für das Gleichgewicht besser ist." Vorerst wird der verletzte Langhals bei einem Neffen der Veterinärin auf einem Bauernhof versorgt. Dort kann er allerdings nicht bleiben. Die Polizei verweist auf die Vogelauffangstation in Regenstauf. Dort werden angefahrene Tiere gesund gepeppelt und wenn möglich ausgewildert.

Sollte dem armen Parksteiner Schwan jedoch ein Flügel abgenommen werden müssen, bleibt er ein Pflegefall. "Aber wir sind kein Zoo", schildert Melissa Kellner von der Auffangstation das Dilemma. Im schlimmsten Fall, müsste der edle Wasservogel eingeschläfert werden, fürchtet Kellners Kollege Ferdinand Beer. Es sei denn, der Jagdpächter, in dessen Revier der Schwan gefangen wurde, kümmert sich darum. "Eher unwahrscheinlich", sagt Beer.

Stress oder Tod

Besser wäre es, das Federvieh im Wildpark Höllohe im Kreis Schwandorf oder einem ähnlichen Tierpark einzugliedern. "Aber es ist ein Wildtier. Da sind viele Tierparks nicht erpicht drauf." Und der weiße Riese wohl auch nicht. Beer: "Der Schwan hat einen Fluchtreflex. Gefangenschaft und Kontakt mit Menschen bedeuten für ihn Stress."

Im Extremfall wäre wohl der Tod per Spritze die humanste Lösung. Das sieht auch das Tierschutzgesetz vor. Bevor es dazu kommt, wollen Beer und seine Mitstreiter versuchen, doch noch ein geeignetes Asyl für ihren Schützling zu finden.
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