München, Parkstein, Hamburg

Lokales
Parkstein
23.10.2014
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"Ein ernster Tag, ein großer Tag! Ein Ehrentag, ein heil'ger Tag!". Opernfreunde kennen das Zitat aus der Oper "Der Rosenkavalier" von Richard Strauss. Augenzwinkernd zitierte Anita Bauer, Kuratorin der Ausstellung "Strauss-Bilder", die im Vulkan-Museum Station macht.

Viele Besucher, darunter Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher und SPD-Landtagsabgeordnete Annette Karl, kamen am Sonntag nach Parkstein. Hier ist die vom Richard-Strauss-Institut Garmisch-Partenkirchen konzipierte Ausstellung bis Ende November zu Gast, bevor sie nach Hamburg weiter wandert. Zuvor war sie in München, Würzburg und Bamberg zu sehen.

"Richard Strauss und Parkstein, wie passt das zusammen?", fragte Manfred Reiß, Leiter des heimatkundlichen Arbeitskreises in seiner Begrüßungsrede. Antwort gab der Blick auf die familiären Wurzeln des Komponisten. Und die führen auf den Parkstein, wo Franz Joseph Strauss, Vater von Richard Strauss und Spross der großen Musikerfamilie Walter, am 26. Februar 1822 geboren wurde. Lange Zeit eine wenig beachtete Marginalie im Oberpfälzer Kulturleben.

Ausdrücklich verwies Reiß auf den verstorbenen Heimatforscher Karl Neumann, der als erster den Kontakt zur Familie Strauss in München und Garmisch-Partenkirchen herstellte. "Seit dieser Zeit klappt es mit der Zusammenarbeit bestens", betont Reiß. Dass es gelungen ist, die Strauss-Ausstellung nach Parkstein zu lotsen, sei, so Reiß, dieser fruchtbaren Zusammenarbeit zu verdanken. Aber Reiß hatte für diesen Eröffnungstag noch eine weitere Überraschung parat.

Unter den geladenen Gästen befand sich auch Musikwissenschaftler Dr. Reinhold Schlötterer aus München. Auf Wunsch seiner verstorbenen Frau, Musikwissenschaftlerin Dr. Roswitha Schlötterer-Traimer, überreichte er dem Heimatverein eine Liedkomposition von Franz Strauss. Das bislang unveröffentlichte Werk stammt aus dem Besitz von Strauss-Enkel Richard junior und wartet nun - auf dem Parkstein - auf die Wiederaufführung. Im Anschluss an die Eröffnungsmatinee, musikalisch gestaltet vom Bläserquartett Parkstein, führte Kuratorin Bauer durch die Ausstellung mit Bildern, Texten, Video und Klangbeispielen. Informativ auch die Querverweise auf das zeitgeschichtliche Geschehen. Eine facettenreiche Ausstellung, die sich an ein breites Publikum richtet. Musikliebhaber wie kulturhistorisch Interessierte können hier neue und spannende Punkte entdecken.
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