"Nepal, meine Heimat"

Lokales
Parkstein
06.05.2015
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Heinrich Schreml war erschüttert, als er vom Erdbeben und den Folgen in Nepal erfuhr. In dem Land war er bereits ein Dutzend Mal. In der Hauptstadt Kathmandu wohnt sein bester Freund. Der 78-jährige Parksteiner sagt: "Indien und Nepal betrachte ich als meine Heimat."

Als der Architekt von der Naturkatastrophe hörte, setzte er sofort eine E-Mail an seinen Freund, den tibetischen Mönch Lobsang Tashi, auf. Weil in dem südostasiatischen Land das Internet zusammengebrochen war, kam keine Rückmeldung. Nach vier Tagen erreichte Schreml schließlich telefonisch seinen Freund, der ihm mitteilte, dass er und seine 90-jährige Mutter wohlauf seien.

"Empfinde ich als tragisch"

Lobsang Tashi lernte Schreml kennen, weil er einst für ein südindisches Kloster 50 Dollar spendete. Viel Geld für die Einrichtung. Das war der Anlass dafür, dass der Mönch und der Oberpfälzer ihre Adressen austauschten. Knapp 20 Jahre ist das nun her. Seitdem zieht es den Oberpfälzer regelmäßig nach Indien und Nepal. Seine Aufenthalte sind privater und beruflicher Natur. Der Parksteiner hat bereits einige Trekking-Touren hinter sich. Er hat aber auch schon Pläne für ein Einfamilienhaus auf 2000 Meter Höhe und eine Überdachung einer Buddha-Statue in Nepal entworfen.

Schreml zeichnet für eine tibetische Schule und ein Wohngebiet verantwortlich. In Südindien hat er die Gesamtplanung für das Kloster übernommen, aus dem sein befreundeter Mönch stammt. Schreml erklärt: "Wenn ich in Nepal ein Büro hätte, könnte ich Tag und Nacht planen."

Nepal-Reise in Planung

Aufgrund seines Berufes, hat er einen besonderen Blick auf die Tragödie. "Unsere Statik erfordert dreifache Sicherheit", sagt er über die Verhältnisse in Deutschland. In Nepal sei das anders. Laut den Medienberichten sind viele Häuser zerstört worden - und Denkmäler. "Dass die Kulturgüter kaputt gehen, empfinde ich als tragisch", verrät Schreml. Betroffen ist auch die Tempelanlage Swayambhunath - auch bekannt als Affentempel - im Westen von Kathmandu. Nur 100 Meter davon entfernt wohnt Schremls befreundeter Mönch. Der Architekt fühlt mit der Bevölkerung: "Ich leide mit jedem Menschen." Das letzte Mal war der 78-Jährige vor zwei Jahren in Nepal. Er hatte ohnehin ins Auge gefasst, zeitnah in das südostasiatische Land zu reisen. Zu seinem Freund. In seine Heimat, die er im Herzen trägt. Nach der Naturkatastrophe verfolgt er den Reiseplan noch intensiver. "Jetzt erst recht", sagt er. Sobald es die Zeit zulässt, will er ins Flugzeug einsteigen und sich ein Bild vor Ort verschaffen.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/nepal
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