Parkstein: Erdöl-Gewinnung im Weidener Becken Thema im Regionalen Planungsverband
Kein Öl, kein Gas, kein Fracking

Eine Glocke läutet, Vögel fiepen, es rumort, Wasser tropft, ein Dröhnen, ein Rumms - einige Besucher zucken zusammen: Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (links) und seine Kollegen harren des "Vulkanausbruchs" im neuen Parksteiner Museum. Bild: Herda
Lokales
Parkstein
05.03.2015
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"Das ist mal eine klare Aussage, dass es keine Chance gibt, im Weidener Becken Erdöl zu gewinnen." Kurt Seggewiß (SPD) ist nach dem Vortrag des Geologen Frank Holzförster erleichtert.

Nur hätte Weidens Oberbürgermeister das gerne schon früher gewusst: "Dann hätten wir den Bürgern viele Ängste ersparen können." Das "Reizthema Fracking", wie es Ministerialrat Rainer Zimmer vom Bayerischen Wirtschaftsministerium betitelte, war Tagesordnungspunkt bei der Sitzung des Regionalen Planungsverbandes Oberpfalz-Nord am Mittwoch in Parkstein.

Keine Bohrung erlaubt

Und nach den Vorträgen der zwei Experten hat nicht nur Seggewiß "viel gelernt" - etwa warum eine Konzession an die Naab Energie GmbH vergeben wurde, wenn die Staatsregierung gar nicht die Absicht gehabt habe, dort fördern zu lassen. Zimmers Referat zufolge ein "Rechtsanspruch", wenn "die Voraussetzung nach dem Bundesberggesetz vorliege - sich vor allem keine Gefährdung für Menschen, keine Beeinträchtigung der Umwelt ergebe und keine öffentlichen Interessen berührt seien.

Dies sei nicht der Fall, weil nur eine Aufsuchungserlaubnis, nicht aber eine gewerbliche Erlaubnis erteilt worden sei. Probebohrungen seien dabei nicht erlaubt. Auch für seismische Untersuchungen müsste das Bergamt Nordbayern ein gesondertes Genehmigungsverfahren mit Beteiligungsverfahren und Zustimmung der Grundeigentümer einleiten. "Unkonventionelles Fracking, Öl- und Gasgewinnung bei der toxischer Chemikalien nötig sind, ist in Bayern ausgeschlossen", sagt Zimmer.

Um zu der klaren Schlussfolgerung zu kommen, dass sich ohne Öl- oder Gasvorkommen im Weidener Becken die Fracking-Diskussion ohnehin erübrigt, reduzierte Frank Holzförster eine zweistündige Vorlesung zur Geologie im Weidener Becken auf den verständlichen Kern: Lediglich Lias, eine auch Schwarzer Jura genannte Schicht, komme als ölhaltiges Gestein in Frage.

Zu kalt für Erdöl

In 900 Metern Tiefe herrsche aber, das bisschen Vulkanismus bei Parkstein mitgerechnet, eine Temperatur von 35 bis 40 Grad - langkettige Kohlenwasserstoffe müssten aber bei 60 bis 120 Grad aufgeschlossen werden. Mit anderen Worten: "Der Posidonienschiefer hat nie Temperaturen erlebt, bei denen Erdöl entstehen hätte können", folgert der Leiter des Geo-Zentrums an der KTB.

In anderen Bereichen habe Erdöl aufgrund des fehlenden Drucks seit 100 Millionen Jahren aufsteigen können. "In der gesamten Bohrung hatten wir keine schwarzen Färbungen mit Ausnahme der einzelnen Tropfen, die wir in 1350 Metern Tiefe fanden." Man könne deshalb davon ausgehen, dass das Öl tatsächlich aufgestiegen sei und sich aufgelöst habe. "Es besteht geologisch keine Chance, dass Öl in signifikanter Menge vorhanden ist."
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