Staatssekretär Bernd Sibler zu Gast bei der Schülerunion - Durchhalte- und ...
Schulen müssen auf Schwerpunkte setzen

Lokales
Parkstein
29.04.2015
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(bgm) "Schule ist nicht die Serviceanstalt, in die Eltern ihre Kinder schicken, die dann perfekt gebildet zurückkommen." Beim Gesprächskreis der Schüler-Union machte Staatssekretär Bernd Sibler klar, dass Bildungsprozesse auf formeller und informeller Ebene ablaufen. Bei letzterer sei das Elternhaus gefordert. In einer Wohlstandsgesellschaft gehöre es auch dazu, dem Nachwuchs zu vermitteln, dass ein stets gedecktes Konto keine Selbstverständlichkeit sei.

Kreisvorsitzender Erik Schiffmann hatte den Gast aus dem Kultusministerium zum Gesprächskreis mit dem Thema "Schule, Unterricht, Bildung - bereiten bayerische Schulen auf das Leben vor?" in den Steinstadel eingeladen. Gekommen waren auch mehrere Schulleiter.

"Man darf Schule nicht zu sehr vom Brauchbarkeitsdenken aus sehen", meinte Sibler. Auch eine Gedichtanalyse könne etwas bringen. "Was wollte uns der Poet mitgeben?" Alles Fragestellungen, die im Leben zu Antworten verhelfen könnten. Und für eine Gedichtanalyse brauche es eben gewisses Handwerkszeug. "Wie wollen Sie eine Fremdsprache lernen ohne Vokabeln", gab der Deggendorfer zu bedenken.

Schulen müssten Schwerpunkte setzen. "Wenn eine Schule alles macht, dann bekommt man den berühmten Bauchladen - von allem etwas, aber nichts gescheit", verglich Sibler.

Als übergreifende Bildungsziele nannte Sibler Haltung, Durchhalte- und Konzentrationsvermögen, Interesse sowie Anstrengungsbereitschaft. "Alles, was mit Anstrengung zu tun hat und am Ende was bringt, da sagt man, das war's, das hat richtig Spaß gemacht." Zum Thema Ganztagsangebote betonte der CSU-Politiker, dass er für eine Basis der Freiwilligkeit stehe. "Es soll ein Angebot sein und keine verordnete Pflicht. Wir glauben nicht, dass der Staat alles per se besser machen kann."

Dr. Anton Hochberger, Schulleiter am Neustädter Gymnasium, betonte, dass Ganztagsschulen inzwischen ein anderes pädagogisches Konzept hätten. Es gelte ein Prinzip der Rhythmisierung, also eines Wechsels verschiedener Unterrichtsarten. "Es ist wichtig, dass ein Wir-Gefühl entsteht", unterstrich Hochberger. So lösten die Schüler Konflikte meist selbst, da eine gute Gemeinschaft bestehe. "Nach Unterrichtsschluss fallen fast keine schriftlichen Hausaufgaben mehr an", sagte der Oberstudiendirektor, an dessen Schule seit drei Jahren gebundene Ganztagsklassen angeboten werden. Ob Ganztagsschule informelle Bildung ersetzen könne, bezweifelte stellvertretender SU-Kreisvorsitzender Florian Piehler. "Es gibt Dinge, die kann Schule nicht leisten", bestätigte der Staatssekretär.
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