Steineklopfer seilen sich ab

Luftig geht es bei der Arbeit der Bergwacht zu. Die Schere dient zum Auslichten von übermäßigem Bewuchs, wird aber erst im Herbst, wenn die Brutzeit vorbei ist, richtig zum Einsatz kommen. Das Seil läuft aus Schutz vor Dornen und scharfkantigen Steinen durch eine Hülle.
Lokales
Parkstein
30.05.2015
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Es gibt einen dumpfen Schlag. Zu sagen, dass der Boden vibriert, wäre wohl etwas übertrieben, aber man hört und sieht mit welcher Wucht die Basaltsteine aus bis zu 38 Metern Höhe auf dem Boden aufprallen. Nicht auszudenken, wenn dort ein Mensch stehen würde.

Auf fünf bis zehn Kilogramm schätzen die Ehrenamtlichen von der Bergwacht Weiden die Gesteinsbrocken. Um Gefährdungen soweit denkbar auszuschließen, kontrollieren sie in der Regel einmal jährlich die Basaltwand auf lockeren Fels. Dazu seilen sich die Helfer von der Spitze des Basaltkegels ab.

Neben dem Klettergurt und Schutzhelm zählen Arbeitshandschuhe und eine Baumschere zur Ausrüstung. Zwei bis drei Personen arbeiten mit ausreichendem Sicherheitsabstand gleichzeitig in der Wand. 14 sind bei der Aktion, die um 8.30 Uhr startete, beteiligt.

Drei Jahre lernen

Bereitschaftsleiter Sebastian Vogel koordiniert von unten mit dem Funkgerät die Bergwachtler. Die können sich durch die teilweise überhängenden Felsen oft nicht sehen, ganz zu schweigen von den Kollegen, die oben stehen und das Seil ausgeben. Einige sind zum Lernen dabei. Bevor es in den Einsatz geht, durchläuft jeder Anwärter eine dreijährige Ausbildung bei der Bergwacht. Normalerweise sind die Kletterer im Herbst in der Basaltwand. Dann ist die Brutzeit vorbei und die Wand kann gleichzeitig von übermäßigem Bewuchs befreit werden.

Im Frühjahr dürfen nur ganz vereinzelt kleine Bäumchen abgezwackt werden. Dafür baumeln die großen Baumscheren an den Klettergurten. "Unsere Aufgabe ist es, die Basaltwand als Naturdenkmal zu erhalten", erklärt Bereitschaftsleiter Vogel. Diesmal stünden aber Verkehrssicherungsmaßnahmen im Vordergrund.

Sicherheit für Theater

Wenn spätestens im Juli die Aufführungen des Basalttheaters auf der Naturbühne direkt unter der Felswand beginnen, soll jede Gefahr gebannt sein. "Eine Garantie ist das nie", gibt Vogel zu Bedenken. Aber man versuche alles, um die Gefahr eines Steinschlags zu reduzieren. Bisher klappte das hervorragend.

Seit 60 Jahren kontrolliert die Bergwacht den Parkstein. Anton Dippold - Gründungsmitglied der Bereitschaft Weiden - und Helmut Glaser waren Männer der ersten Stunde. Der jetzt 83-jährige Dippold war auch mit 75 Jahren noch mit in der Wand.

Wenn nach fünf bis sechs Stunden jeder Quadratmeter Basalt untersucht ist, schlägt die Stunde der Bauhofmitarbeiter. Leiter Erwin Glaubitz und Kollege Uli Holler klauben die Brocken auf und bringen sie zum Lagerplatz. Früher habe man mit ihnen die Burg ausgebessert, heute füllt man damit zum Beispiel Gabionen.
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