Verflixter Klärschlamm

Die offenen Becken für die "kalte Faulung" des Klärschlammes sind das größte Problem der Parksteiner Kläranlage. Die dunklen Flecken auf der Wasseroberfläche sind Zeichen für den Faulungsprozess und aufsteigendes Gas, das als klimaschädigend gilt. Bild: bey
Lokales
Parkstein
13.08.2015
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Die Kläranlage entspricht laut Fachbehörden nicht mehr den zeitgemäßen Vorschriften und ist regelmäßig überlastet. Das gab Bürgermeisterin Tanja Schiffmann in der Marktratssitzung am Montagabend bekannt. Darüber wunderten sich einige.

Dass diese Erkenntnisse dem Markt Parkstein erst im Juli 2015 bekannt gemacht wurden, obwohl die Missstände bereits seit 2013 erkennbar gewesen seien, ließ vor allem Sonja Pausch und Martin Bodenmeier stutzen. Sie staunten vor allem, weil in der Vergangenheit bei der Ausweisung geplanter Baugebiete immer von ordnungsgemäßer Abwasserbeseitigung die Rede gewesen sei.

Arne Nath von der Firma "Südwasser" aus Erlangen teilte mit, das die 2003 erneuerte Anlage für 3000 Einwohner ausgelegt ist. Laut dem Abwasserfachmann erreicht die Kläranlage eine Belastung im Mittelwert von 3 900 Einwohnergleichwerten, bei Spitzenbelastungen gar 5 700.

"Nicht genehmigungsfähig"

Dies allein sei nicht das wirkliche Problem, vielmehr mache die Klärschlammbehandlung die größten Sorgen, sagte Nath. Der Klärschlamm werde derzeit in sogenannter kalter Faulung in offenen Becken stabilisiert. Dies führe zu einer unkontrollierten Freisetzung von Faulgasen, auch von Methangas, das als klimaschädigend gilt. "Das ist nicht mehr genehmigungsfähig." Rath betonte zugleich, dass die Ablaufwerte aus der Kläranlage in den Vorfluter eingehalten werden. Eine Studie soll nun Lösungsvorschläge weisen. Dazu muss laut Arne Rath auch die Entwicklung Parksteins berücksichtigt werden. Bestehende Bauwerke auf dem Kläranlagegelände sollen nach Möglichkeit genutzt werden, weil Neubauten aufgrund der Hanglage sehr problematisch seien. "An einer Modifikation der Kläranlage, die hydraulisch sehr schwach auf der Brust ist, führt kein Weg vorbei."

Das soll bis März 2020 geschehen, teilte Schiffmann mit. Einstimmig erteilte der Marktgemeinderat der "Südwasser" den Auftrag für die Studie. Sie kostet 7850 Euro plus Mehrwertsteuer.
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