Vulkanmuseum soll neuem Café am Marktplatz Gäste bescheren und dabei niemandem etwas wegnehmen
Espresso nach der Eruption

Lokales
Parkstein
16.05.2015
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Die Lage schreit nahezu nach Gastronomie. Im Dreieck von Metzgerei Adam, Rathaus und Vulkanmuseum hat die 47-Jährige mit ihrem Mann im Januar ein Haus gekauft. Seit gut einer Woche ist die Baugenehmigung da. Drei Tage später hat Claudia Steger am Marktplatz schon eine Baustelle eingerichtet. Im September oder Oktober will sie dort das erste Parksteiner Café eröffnen.

"Nur von 9 bis 18 Uhr, ich will ja meine Nachbarn schonen", erklärt Steger. Die gebürtige Dresdnerin lebt mit ihrem Mann, einem Augsburger, seit acht Jahren in Parkstein. Die beiden hat es beruflich in die Oberpfalz verschlagen. "Wir fühlen uns hier sehr wohl."

Das hofft sie ab Herbst auch von möglichst vielen Gästen sagen zu können. Auf 40 Quadratmetern bietet sie 25 Sitzplätze an. Die Chefin will den Betrieb im Alleingang stemmen und setzt daher auf Selbstbedienung.

Erfahrung aus der "Beanery"

Das Prinzip hat sie selbst schon ausprobiert. "Ich hab einige Zeit in Weiden in der ,Beanery' gearbeitet." Das dortige Gastrokonzept hat sie überzeugt. "Ich will aber in Parkstein keine zweite ,Beanery'", macht sie neugierig auf ihren eigenen Ansatz. Über den verrät Steger nicht allzu viel. "Gemütlich" soll es werden. Ob mehr Lounge, mehr Bistro, mehr klassisches Kaffeehaus - alles ist noch offen. "Das kann sich bis September noch ändern. Vielleicht wird es auch von allem ein bisschen was", lacht die Chefin. Es soll auf jeden Fall Kuchen und Snacks geben.

Eine Ecke ist für einen winzigen Supermarkt reserviert. "Für das Stück Butter oder den Joghurt, den man beim Großeinkauf vergessen hat, also im Prinzip wie in einer Tankstelle." Der Name ist indes eher schlicht: "Marktcafé Parkstein". Den beiden Wirtshäusern mit Abendkarte sowie Metzgerei und Bäckerei in der Nachbarschaft will die Neu-Gastronomin keine Konkurrenz machen. Wohl aber spekuliert sie auf Besuchergruppen des gegenüberliegenden Vulkanmuseums. Oft sind es ganze Busbesatzungen. 2014 strömten 13 600 Menschen ins Museum, dessen Höhepunkt die Eruption am Ende des Rundgangs ist.

Steger selbst wird mit ihrem Mann über dem Café wohnen. Eventuell will sie im Innenhof und vor der Eingangstür einen kleinen Freisitz einrichten. Das Haus samt Geschäft ist zuvor lange leer gestanden. Die Bürgermeisterinnen Tanja Schiffmann und Lydia Ebneth schätzen zirka zehn Jahre. Zuletzt war es ein Getränkemarkt.

Die Rathauschefinnen sind von der Idee überzeugt. "Mittags ist ja vieles geschlossen. Wir hören oft von Museumsbesuchern die Frage, wo sie eine Kleinigkeit essen können", sagt Ebneth. Die Antwort darauf soll Claudia Steger geben.
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