Ziemlich beste Feinde

Lokales
Parkstein
10.02.2015
3
0

Die beiden Fraktionssprecher Berthold Kellner (SPD) und Georg Burkhard (CSU) werden wohl nie zusammen in den Urlaub fahren. Ihre jüngste Fehde schaukelte sich außerhalb des Marktrats zum Eklat hoch.

(phs) Zur Marktratssitzung hat die SPD eine offizielle Stellungnahme von Bürgermeisterin Tanja Schiffmann über einen Vorfall beantragt, der sich am 29. Januar zugetragen hat. An jenem Tag traf sich die Arbeitsgruppe "Wirtschaft und Marketing" im Zuge des Parksteiner Ortsentwicklungskonzepts ISEK.

Als die Mitglieder der Arbeitsgruppe eintrafen, teilte Burkhard Kellner mit, dass dieser nicht erwünscht sei. Der CSU-Mann erklärt das so: Kellner habe sich freiwillig für die Gruppe gemeldet, seine Teilnahme an den ersten drei Sitzungen aber kurzfristig abgesagt. "Wir brauchen aber Leute, die mitarbeiten."

Kellner habe dann zwar keine Einladungen mehr erhalten, aber durch den ISEK-Lenkungsausschuss immer gewusst, wann Sitzungen seien. Nun, kurz vor jenem 29. Januar, habe Kellner in einer E-Mail mitgeteilt, dass er wieder mitmachen wolle. Burkhard habe aber kurzfristig die Frage auf die Tagesordnung setzen lassen, ob dies überhaupt erwünscht sei, weil Kellner so oft gefehlt habe. "Deshalb habe ich Herrn Kellner gesagt, dass er nur dieses eine Mal bitte nicht kommen soll, da über seine Person gesprochen wird."

"Reflexartige Flucht"

Kellner hat dies nach einem Wortwechsel, den Außenstehende mal als mehr, mal als weniger heftig bezeichnen, schließlich akzeptiert. Für Burkhard alles halb so schlimm. Die Arbeitsgruppe habe auch dafür gestimmt, dass Kellner wieder kommen dürfe. "Danach hat er sich reflexartig in die Opferrolle geflüchtet."

Davon könne keine Rede sein, ärgert sich Kellner: "Die ISEK-Gruppen stehen allen offen." Er habe von Sprecherin Franziska Birkner auch Tage vorher eine Einladung erhalten. "Da hieß es nicht, dass meine Person auf der Tagesordnung steht." Zumal er für die drei ersten Sitzungen entschuldigt gewesen sei. "Einmal hatte meine Mutter Geburtstag, einmal ich selber, und das dritte Mal war es ein beruflicher Termin." In jedem Fall habe er vorher per E-Mail abgesagt.

Alle anderen Teilnehmer der Gruppe seien zudem konsterniert gewesen, als Burkhard ihm die Tür gewiesen habe. Mittlerweile habe er tatsächlich wieder eine Einladung samt dem Protokoll der letzten Sitzung erhalten.

Doch damit ist die Sache nicht zu Ende, sagt Kellner: Er hat sich beim stellvertretenden CSU-Sprecher Mario Piller sowie den beiden Bürgermeisterinnen Schiffmann und Tanja Ebneth beschwert. Da er aber bis Mitte vergangener Woche keine Antwort erhalten habe, habe die SPD nun einen Antrag gestellt, dass Schiffmann offiziell im Marktrat zu der Affäre Stellung nehmen soll. "Das werde ich tun", kündigte sie gegenüber dem NT an.

Immer für Krach gut

Burkhard und Kellner waren sich schon öfter in die Haare geraten. So hatte der Christsoziale im Winter 2014 eine Wahlveranstaltung des damaligen SPD-Bürgermeisterkandidaten Kellner besucht, wo er mit Wortmeldungen auf massive Proteste gestoßen war. Ein andermal sah Burkhard den gesamten Marktrat durch den SPD-Mann Harald Krämer verunglimpft, den Kellner in Schutz nahm.

Nun also der Disput um die Teilnahme an der ISEK-Sitzung. Einer aus der Gruppe hat angeregt, die beiden Kontrahenten "sollten mal ein Bier miteinander trinken". Dazu dürfte es kaum kommen. Kellner: "Herr Burkhard grüßt mich nicht mal mehr."
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.