Bei Bezirksversammlung der Frauen-Union
Dr. Lea Ackermann fordert Verbot von Prostitution

Die Bezirksspitze der Frauen-Union, Susanne Plank und Barbara Lanzinger (von links), freute sich zusammen mit den Parksteiner Bürgermeisterinnen Lydia Ebneth und Tanja Schiffmann (von rechts) über den Eintrag ins Goldene Buch des Markts Parkstein. Ackermann hatte nach eigener Aussage dafür sogar auf eine Papstaudienz verzichtet. Bild: bey
Politik
Parkstein
28.10.2016
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Ja zu Ceta, Nein zur Burka, Jein zur Inklusion. Die Frauen-Union streifte bei ihrer Bezirksversammlung globale Themen. Eine Referentin legte noch eine rigorose Forderung drauf.

"Frauen von heute warten nicht auf Wunder, wir machen sie." In diesem Sinne brachen FU-Bezirksvorsitzende Barbara Lanzinger und ihre Stellvertreterin Dr. Susanne Plank im Parksteiner Festsaal eine Lanze für Bundeskanzlerin Angela Merkel. um damit deren "gute Arbeit" für Deutschland und Europa zu würdigen.

Der Mitgliederstand der Frauen-Union sei oberpfalzweit um 33 zurückgegangen, deshalb sei Werbung angesagt. Die Arbeit im letzten Jahr sei von den Themen Inklusion und Verbraucherschutz geprägt gewesen. Es sei unendlich wichtig, Menschen mit Behinderung unabhängig ihrer Art noch stärker in die Mitte der Gesellschaft zu nehmen, betonte Lanzinger. Dazu gehöre auch den jungen Menschen die Entscheidung selbst zu überlassen, was sie tun wollen und ihnen gut tut, nicht das was der Wunsch der Eltern ist, sagte sie unter Beifall. Beim Verbraucherschutz habe die Regionalität der Produkte im Mittelpunkt gestanden. Dazu gehöre auch, Geld in die Entwicklungsländer zu geben, damit dort die Nahrungsmittel produziert und verbraucht werden können, damit Menschen nicht fliehen müssen. Dem Ceta-Abkommen mit Kanada räumte sie unbedingte Notwendigkeit ein, weil es ohne Freihandel in Europa "nicht weitergehen" werde.

Eindeutig sprach sich die Bezirksvorsitzende für die Aufnahme von Flüchtlingen, die von "wirklicher Angst" gekennzeichnet seien, aus. Dies sei aber nicht der "alleinige Job" Deutschlands und Bayerns. Es sei aber wichtig, dass alle Menschen in Deutschland nach den hier herrschenden Grundsätzen der Gleichberechtigung von Mann und Frau lebten und auch ihr Gesicht zeigten. "Ich will keine Augen hinter dem Schlitz sehen".

Prostitution verbieten


Dr. Lea Ackermann, stellte das generelle Verbot der Prostitution in den Mittelpunkt ihrer Ansprache. Die Missionsschwester hatte für ihren Vortrag in Parkstein sogar auf einen Besuch bei Papst Franziskus verzichtet, berichtete sie. Das quittierten die Delegierten mit stürmischem Beifall. Ackermann hatte 1985 in der kenianischen Hauptstadt Mombasa für ihre Frauenhilfsorganisation "Solwodi - Solidarität mit Frauen in Not" den Grundstein gelegt. Zwei Jahre später wurde die Organisation auch in Deutschland aktiv und hat mittlerweile 18 Beratungsstellen. Den Schutz und die Hilfe von Solwodi können Opfer von Zwangsprostitution, Menschenhandel oder auch Beziehungsgewalt in Anspruch nehmen. Prostitution sei in ihrer Gesamtheit abwertend, sei einem Machtmissbrauch gleichzusetzen und müsse als letzte Bastion einer patriarchalischen Gesellschaft angesehen werden", beklagte die Missionarin. Deshalb müssten alle Frauen in Deutschland unter dem Motto "Nicht mit uns" auf die Barrikaden gehen. Das Gesetz aus dem Jahr 2002, das Prostitution als Beruf anerkenne, sei fatal.
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