Marktgemeinderat Parkstein
Schmerzgrenze erreicht

Politik
Parkstein
14.06.2016
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Für die Außenanlagen des Landrichterschlosses sieht es in nächster Zeit nicht gut aus. Die Räte heben die Ausschreibung auf, weil die Angebote unwirtschaftlich sind. Bürgermeisterin Tanja Schiffmann will das Projekt nicht um jeden Preis sofort fertigstellen.

Die Außenanlagen des Landrichterschlosses können in diesem Jahr voraussichtlich nicht fertiggestellt werden. Der Marktgemeinderat hat in seiner Sitzung am Montagabend einstimmig die Ausschreibung für die Vergabe der Mauersanierungs-, Tiefbau- und Pflasterarbeiten aufgehoben. Es hatten sich nur zwei Unternehmen beteiligt, die Angebotspreise lagen 18 Prozent über den Kostenschätzungen. Grund genug für den Marktgemeinderat, mit seiner Entscheidung den Sparwillen gegenüber den Bürger zu bekunden, gleichzeitig aber deutlich zu machen, dass die Schmerzgrenze erreicht ist.

Bürgermeisterin Tanja Schiffmann informierte, dass Ausschreibungsergebnisse mit einer Erhöhung um 18 Prozent gegenüber der Kostenschätzung nicht mehr wirtschaftlich sind. Architekt Armin Juretzka habe deshalb die Aufhebung der Ausschreibung empfohlen. Die geplanten Maßnahmen kommen erst im Frühjahr 2017 zur Ausführung, sagte Schiffmann. Sie betonte ausdrücklich, dass der Markt bei der Erteilung dieser Aufträge nicht unter Zeitdruck stehe, das Vorhaben nicht um "jeden Preis", sondern mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit realisiert werden.

Marktrat Martin Bodenmeier beurteilte es als nicht vertretbar, dem Bürger klar zu machen, dass der Markt Parkstein bereit sei, für Grünanlagen rund 400 000 Euro auszugeben. Marktrat Georg Burkhard betonte, dass ein Teil der Erhöhung der Kosten auch einer Erweiterung der Arbeiten geschuldet sei. Dennoch beschloss der Marktgemeinderat einstimmig die Aufhebung.

Der Fußweg zwischen dem Tulpenweg und der Weidener Straße erhält einen Pflasterbelag. Die Kosten dafür betragen 40 513 Euro. Schiffmann betonte, dass an dem Weg keine Wohngebäude anliegen, so dass bei einer nur wassergebundenen Decke kein Schmutz in Häuser getragen würde. Marktrat Martin Bodenmeier befürwortete das Pflastern des Weges, weil die geplanten quer liegenden Einzeiler aus Granit bei einem wassergebundenen Weg Ausschwemmungen nicht vermeiden würden. Außerdem sei ein Pflaster eine Erleichterung für den Winterdienst.

Als Baugrundstück zu teuer


Das Regenrückhaltebecken im Anemonenweg bleibt in seiner jetzigen Form erhalten, bekommt aber aus Sicherheitsgründen eine neue Einzäunung für 4 000 Euro. Andere Möglichkeiten, wie beispielsweise durch Bodenaushub, Bodenverbesserung, Verlegung eines Pumpenschachtes oder auch nur mit "einfacher Verfüllung" des Bodens daraus ein Baugrundstück zu machen, waren dem Rat zu teuer. Schiffmann nannte einen Aufwand zwischen 25 910 und 135 380 Euro. Im unteren Teil des Friedhofs wird zwischen den Gräbern Schotterrasen angelegt, die Zufahrt außerhalb des Friedhofes am unteren Eingang auf einer Fläche von 80 Quadratmetern gepflastert, der Pflasterbelag beim Leichenhaus erweitert und beim alten Friedhof ein Weg bis hin zum unteren Brunnen erweitert. Dafür fallen Kosten von 24 270 Euro an, die der Rat einstimmig bewilligte.

Die Sanierung und Räumung des Gemeindeweihers übernimmt federführend der Fischereiverein. Darauf einigten sich bei einem Ortstermin die Vertreter des Vereins, Schiffmann und die Fraktionssprecher. Der Weiher wird im Herbst abgelassen, damit die Firma den Umfang der Arbeiten und die Kosten ermitteln kann. Der Markt beteiligt sich zu 75 Prozent an den Kosten.

Vor der Sitzung fand beim Kriegerdenkmal eine Ortsbesichtigung statt, bei der zwei Rollstuhlfahrer mit Unterstützung ihrer Begleiter zeigten, wie schwer es ist, den Weg vom Marktplatz zum Kircheneingang zu befahren. Da es während der Besichtigung regnete, war es für die Rollstuhlfahrer noch schwerer, über den unbefestigten Weg zu fahren.

Kein Kopfsteinpflaster


Ein Kopfsteinpflaster lehnten die Betroffenen ab. Der Marktgemeinderat einigte sich darauf, größere Platten mit rauer Oberfläche zu verwenden. Dafür werden jetzt Angebote eingeholt, das Ergebnis und das weitere Vorgehen mit der Kirchenverwaltung abgesprochen.

GemeinderatssplitterParkstein beteiligt sich an der Hälfte der Kosten für einen PC, einer externen Festplatte und eines Druckers für die Gemeinde- und Pfarrbücherei. Die andere Hälfte der 2 000 Euro übernimmt die Kirchenverwaltung.

Einstimmig stimmte der Rat für den Umbau und Ausbau eines bestehenden Dachgeschosses beim Anwesen Dorfhammerles 26, ebenso für einen Hallenanbau bei einem Gebäude im Gewerbegebiet Theile. Zusätzlich übernimmt der Markt für dieses Vorhaben die Abstandsflächen zum Grünstreifen.

Für die Vernetzung und das Marketing des Simultankirchen-Radwegs stellt der Markt zwei Jahre lang jeweils 300 Euro zur Verfügung.

Es werden Models mit natürlichem Auftreten für Werbezwecke gesucht. Die Bilder werden in der Werbung des Markts zu sehen sein. (bey)
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