Ostbayernring: Marktgemeinderat für CSU-Antrag
Verlegen statt verschieben

Politik
Parkstein
09.12.2015
11
0


Verhindern oder das Beste aus etwas Unausweichlichem machen? Angesichts des geplanten Ostbayernrings entschied sich der Parksteiner Marktgemeinderat für letzteres. Zu Ende sind die Diskussionen damit aber noch lange nicht.

Die CSU-Fraktion ist überzeugt, dass der Ersatzneubau des Ostbayernrings nicht zu verhindern ist. Ihre Forderung lautet daher: Die Kommune soll von Anlagenbetreiber Tennet eine Verlegung der Trasse im Bereich des Marktes erreichen (wir berichteten). Mit den Stimmen der CSU und von Bürgermeisterin Tanja Schiffmann nahm der Rat einen entsprechenden Antrag an. Die Fraktionen von SPD und Freien Wähler lehnten dagegen nicht nur das Ansinnen der CSU ab, sondern generell den geplanten Ersatzneubau.

In dem Antrag stellt CSU-Fraktionssprecher Georg Burkhard die Situation dar, einschließlich laut den Planunterlagen zum Raumordnungsverfahren zu erwartenden negativen Veränderungen für Parkstein sowie für die Ortsteile Kotzau, Grünthal und vor allem dem Baugebiet "Im Grün". Die Einwände beziehen sich auf das Wohlergehen der Menschen, auf die Beeinträchtigungen der Landschaft mit dem Basaltkegel als herausragendem Naturdenkmal und die Zerstörung von "Sichtbezügen" zu exponierten Baudenkmälern.

Falls möglich unterirdisch


Die Fraktion fordert im Einzelnen eine Erdverkabelung im Interessensbereich des Marktes Parkstein ab der Kreisstraße NEW 2 bis südlich von Grünthal, sofern dies technisch und energierechtlich realisierbar ist. Mit gleicher Priorität verlangt sie einen Trassenkorridor, der ab dem Zusammentreffen der Varianten aus Windischeschenbach mittig zwischen Buch und Kotzau die Kreisstraße NEW 2 kreuzt und dann rund 400 Meter ostwärts der bestehenden Trasse rund 800 Meter südlich von Grünthal auf den ursprünglichen Korridor trifft. Mindestforderung sei ein Abweichen des Korridors ostwärts der bestehenden Trasse ab dem Regenrückhaltebecken bis zur Firma FAS mit Weiterführung durch ein Waldgelände und anschließender Überquerung der Weidener Straße hin bis zum Knickpunkt der Planung von Tennet.

"In die Hände spielen"


Sonja Reichold (FWG) plädierte dagegen mit Nein. So sei das Gebiet "Im Grün" zwar in dem Bewusstsein bebaut worden, dass dort eine Hochspannungsleitung verläuft. Aussagen von Tennet seien aber falsch, wonach die jetzigen Leitungen nicht mehr ausreichen und mehr Strom durchfließen müsse. Der geplante Ausbau sei in derart gigantischen Ausmaßen nicht notwendig, weil damit Strom von vier Atomkraftwerken transportiert werden könne. Der Antrag der CSU müsse abgelehnt werden, weil er mit den dargestellten Varianten Tennet "in die Hände spiele". Die Marktgemeinde Parkstein sei vielmehr gefordert, den Trassenneubau klar zu abzulehnen.

SPD-Sprecher Dieter Menzl sprach sich ebenfalls gegen den Trassenneubau aus. Aber auch gegen ein Florianprinzip, wonach der Markt Parkstein verschont werde, während andere Belastungen hinnehmen müssten. Die SPD stelle sich gegen eine Trasse von Windischeschenbach nach Etzenricht.

"Brutal unrealistisch" nannte Martin Bodenmeier (Freie Wähler) die Variante 1 der CSU-Fraktion, nach der die Leitungen durch ein Waldgebiet führen, dazu noch zum großen Teil auf Altenstädter Flur. Das dafür nötige Abholzen stehe im krassen Widerspruch zu den Verfahren bei der Festsetzung eines Bebauungsplanes. "Dort wird die Beseitigung von drei Bäumen kritisch betrachtet." Um die Bürger zu schützen, dürfe es erst gar keinen Ersatzneubau geben.

Schiffmann stellte sich hinter den Antrag ihrer Partei. Es sei besser, verschiedene Möglichkeiten vorzuschlagen als nur ein "Auf keinen Fall" als Meinung kundzutun. Sie betonte aber gleichzeitig, dass die Stellungnahme der Marktgemeinde auch nach dieser Sitzung noch nicht abschließend sein müsse.
Weitere Beiträge zu den Themen: Tennet (76)Ostbayernring (49)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.