Schutzengel-Kreuzung wichtiges Thema in der Bürgerversammlung in Parkstein
Kreisel: Markt am Zug

Bürgermeisterin Tanja Schiffmann (rechts) gab in der Bürgerversammlung umfassend Rechenschaft. Bild: bey
Politik
Parkstein
30.11.2016
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Der Kreisverkehr an der Schutzengel-Kreuzung sorgt in der Bürgerversammlung für Gesprächsstoff. Am 12. Dezember beschäftigt sich auch der Marktrat mit dem neuralgischen Punkt. Das Ergebnis scheint aber vorprogrammiert: Der Landkreis wird den Kreisel nicht bauen.

Rund 75 Minuten nannte Bürgermeisterin Tanja Schiffmann vor über 50 Zuhörern ruhig und sachlich Daten, Fakten, Bauvorhaben und gab eine kurze Vorschau auf 2017. Etwas mehr Leben kam im Festsaal erst zu Beginn der rund dreiviertelstündigen Aussprache auf.

Wie üblich listete die Rathauschefin vollzogene Bauvorhaben auf, kündigte die endgültige Aufstellung der Toilette am Friedhof, jetzt allerdings am seitlichen Eingang und zusätzlich eingegrünt, an, lobte die neuen Parkplätze an der Neustädter Straße und stufte die fußläufige Verbindung vom Tulpenweg zur Weidener Straße als wichtige Anbindung der Siedlungen zum Ortszentrum ein. Die überfälligen Ausgleichsflächen hätten nicht nur positive Resonanz gefunden, erklärte die Rathauschefin. Doch ohne diese Maßnahmen hätte das Landratsamt keine weiteren Baugebiete mehr genehmigt. Mit der Pflasterung der Containerflächen und der Lautsprecheranlage auf dem Friedhof seien Forderungen aus der Bürgerversammlung 2015 erfüllt worden.

2017 ist nach den Worten Schiffmanns die Aufbringung einer neuen Deckschicht bei der Gemeindeverbindungsstraße Schwand-Parkstein vorgesehen. Jegliche Sanierungsarbeiten seien nicht mehr sinnvoll. Die Nachfrage nach Bauplätzen bedinge die Wiederaufnahme der Planungen für das Baugebiet "Viehhof".

Wo sind die Unterschriften?


Ein Bürger aus dem Baugebiet "Schutzengel" nannte die Kreuzung für Kinder, Schulkinder, ältere Menschen und auch für Autofahrer schlecht überschaubar. Vor eineinhalb Jahren seien rund 850 Unterschriften für eine Verbesserung der Verkehrssituation gesammelt worden. " Wo sind diese Unterschriften jetzt?", fragte der Mann, der sich nach der Stellungnahme der Bürgermeisterin für eine Weiterleitung ans Landratsamt aussprach.

Schiffmann räumte ein, dass die bereits abgeklärte Absenkung des Bordsteins als Ergebnis eines frühmorgendlichen Ortstermins noch nicht erfolgt sei. "Dies ist eine riesige Maßnahme." Die Bürgermeisterin bezog sich auf das Verkehrsgutachten, das die Belastungen im Bereich der Kreuzung als "nicht überdurchschnittlich" einstuft.

Nachdem ihr regelmäßig Untätigkeit vorgehalten werde, habe sie bereits das Landratsamt im Zusammenhang mit dem Antrag einer Gruppierung im Marktrat erneut um eine Stellungnahme gebeten, informierte Schiffmann. Das Staatliche Bauamt, verantwortlich für die Kreisstraßen, lehnte einen Kreisverkehr wegen des "eher mäßigen" Verkehrs ab. Zudem sei der Grunderwerb nur schwer umsetzbar. Der Landkreis werde somit keinen Kreisverkehr bauen.

Ein weiterer Zuhörer bezog sich auf das in der ISEK-Arbeitsgruppe vorgelegene Verkehrsgutachten. Dort gab Gutachter Helmuth Ammerl einem Kreisverkehr eindeutig Vorrang. Jetzt liegt die Entscheidung am 12. Dezember beim Marktrat. Die Einführung von Tempo 30 in der Eicherlgartenstraße im Ortsteil Hammerles wünschte sich ein Bürger und hatte dafür eine Vielzahl von Argumenten. Die Abstimmung ergab eindeutig, dass dieser Antrag im Marktrat zu behandeln sei.

Doppelt so teuer


Ein Problem erkannte eine Zuhörerin bei der Gestaltung der Außenanlagen beim Landrichterschloss. Die Kosten dafür nannte Bürgermeisterin Schiffmann zunächst nicht, sondern erinnerte nur daran, dass der Marktrat ein erstes Kostenangebot wegen des enormen Preises abgelehnt habe. Ein zweites Angebot, umfänglich erheblich größer, hätten die Gemeinderäte angenommen.

Nach nochmaliger Rückfrage der Zuhörerin räumte Schiffmann schließlich ein, dass der neue Preis für die Gestaltung der Außenanlagen gegenüber dem ersten Angebot doppelt so hoch ist. Wäre das erste Angebot vom Marktrat akzeptiert worden, wären hinterher sicherlich weitere Beschlüsse für zusätzliche notwendige Arbeiten die Folge gewesen, verteidigte das Gemeindeoberhaupt die 100prozentige Preissteigerung.
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