Trasse ohne Presse
Netzbetreiber Tennet stellt in Parkstein Stand der Planungen für Gleichstromtrasse vor

Im September oder Oktober sollen erste Varianten für einen möglichen Verlauf der Gleichstromtrasse Südostlink vorliegen. Archivbild: ch
Politik
Parkstein
15.07.2016
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Journalisten waren nicht erwünscht. Der Netzbetreiber Tennet stellte am Donnerstagabend in Parkstein den Stand der Planungen für die Gleichstromtrasse Südostlink vor. Doch auch wer dabei war, hat noch Informationsbedarf.

Bei telefonischen Anfragen zeigt sich Tennet am Tag danach ganz offen. Der Termin sei Teil eines "planungsbegleitenden Forums" in mehreren Orten und gar nicht so geheim. Es gehe halt darum, dass Bürgermeister und Verbandsvertreter offener sprechen und diskutieren, wenn es nicht gleich in die Zeitung kommt. Genau das kritisieren Trassengegner und Umweltschützer. Josef Langgärtner war als Kopf einer Bürgerinitiative gegen "Monstertrassen" zum Infoabend eingeladen. "Viel Neues haben wir nicht erfahren", sagt der Parksteiner. Interessant werde es im Herbst, wenn einige mögliche Trassenvarianten vorgestellt werden.

Noch stehen diese nicht fest, sagt Tennet-Sprecherin Ulrike Hörchens. Diesmal sei es erst einmal darum gegangen, eventuell Betroffenen das Thema Erdverkabelung und die Planungsmethode für den Trassenverlauf vorzustellen. Die sieht in wenigen Worten so aus: Wo es möglich ist, sollen die Kabel unter die Erde. Zudem soll der Südostlink-Korridor von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt Richtung Ohu bei Landshut möglichst kerzengerade verlaufen. So will es die Bundesnetzagentur.

Aus diesem Grund war Parkstein Schauplatz der Veranstaltung am Donnerstag. Die Gemeinde liegt genau auf der Strecke. Das bedeute aber nicht gleich, dass die Leitung dann auch dort durchgeht, betont die Tennet-Sprecherin: "Die Ergebnisse aus dem Bürgerdialog werden einfließen."

Deshalb redete am Donnerstag auch der Bauernverband tüchtig mit. BBV-Geschäftsführer Hans Winter hat ein ganzes Bündel an Forderungen. "Wir als Grundstückseigentümer und nicht die Bürgermeister sind schließlich die Hauptbetroffenen." Daher fordern die Bauern Kompensation, wenn sie für den Trassenbau Ausgleichsflächen hergeben müssen. Zudem sind sie unsicher, was geschieht, wenn sich Bodenoberflächen durch Erdkabel erwärmen. Gleiches gilt für Konverter, die zwischengeschaltet werden, wenn Kabel aus der Erde an manchen Abschnitten wieder oberirdisch verlaufen.

Der Netzbetreiber setzt seine Bürgergespräche in den nächsten Wochen in Tirschenreuth, Amberg, Hof und Bayreuth fort.
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 17.07.2016 | 21:48  
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