Böhmischer Abend im Festsaal
Kaiser Karl in Parkstein

Dirigent Karel Musil mit der Blaskapelle der Musikschule Toužim. Bilder: bey (2)
Vermischtes
Parkstein
30.10.2016
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Einen Böhmischen Abend der Extraklasse erleben die Besucher am Samstag. Ein mit Pointen gespickter Dreiakter von Drehbuchautorin Susanne Moldaschl mit ausgezeichneten Darstellern erzählt die Geschichte Kaiser Karls IV. und seine Verbindung nach Parkstein.

Dazu gibt es böhmische Gerichte und Getränke. Die kleinen Fähnchen mit den weiß-blauen Rauten und der Farbe des Nachbarlandes sowie die Karlsbader Oblaten auf den Tischen setzen dem Ambiente und der Stimmung das i-Tüpfelchen auf.

Bürgermeisterin Tanja Schiffmann begrüßt im ausverkauften Festsaal die Gäste, die sich in eine Zeit entführen lassen wollen "als Parkstein noch bei Böhmen war". Deshalb stehe Kaiser Karl IV. 700 Jahre nach seiner Geburt im Mittelpunkt des Abends als Teil der bayerisch-tschechischen Landesausstellung.

Dann übernehmen abwechselnd die "Sitzweil-Musikanten" unter Leitung von Alfons Steiner und die Blaskapelle der Musikschule Toužim mit Leiter Karel Musil das Programm. Junge Majoretten, landestypische Tänzerinnen, sorgen für Schwung auf dem Parkett.

Der Dreiakter, von Susanne Moldaschl teilweise sogar im Oberpfälzer Dialekt geschrieben, erzählt nicht nur die Geschichte Kaiser Karls IV. mit Blick auf Parkstein, manchmal scheint sogar der Text den Schauspielern des Basalttheaters auf den Leib geschrieben worden zu sein. Erwin Bösl spielt den Herold, der zunächst mal den (Noch)-König Karl ankündigt und voll Hektik und Ehrfurcht mit dem Bauern Peimler (Hubert Hösl) zusammenstößt.

Im Gespräch der beiden Darsteller, und auch im zweiten und dritten Akt sowie mit Moldaschl als Erzählerin erfahren die Besucher die Geschichte des späteren Kaisers, dessen Verbindungen zum Haus Wittelsbach und vieles mehr.

Im zweiten Akt kommt König Karl (Richard Beer), begleitet von Königin Anna von Schwedlitz (Tanja Neumann) und ihren Hofdamen (Susanne Spörer und Rosi Hösl) ins Spiel. Die Königin nennt ihren Mann liebevoll "mein Löwe", er sie "mein Täubchen". Die Bühne der Darsteller ist der gesamte Saal und nicht von ungefähr geht dann die Königin durch die Stuhlreihen. Justament als sie von "ausgemergelten Parksteinern" spricht, steht sie neben Karl Schiffmann auf den diese Beschreibung wirklich nicht zutrifft. Da hat sie die Lacher im Saal voll auf ihrer Seite. Überhaupt hat Moldaschl viele Wortwechsel politisch oft zweideutig auslegbar geschrieben.

Im dritten Akt sucht sich der mittlerweile zum Kaiser ernannte König Karl die streitbarsten und kräftigsten Männer Parksteins für die Befestigung seiner Burg. Doch mit den Bauern Peimler (Hubert Hösl), Wagner (Hans Schäfer), Meier (Berthold Sparrer), einem Bauern, der Angst bekommt und das Weite sucht (Peter Melchner) sowie einem betrunkenen (Martin Spörer) hat er nicht das beste Personal gefunden. Dennoch macht er drei der Helfer zu Rittern. Allein die vorausgehende "Musterung" der streitbaren Männer treibt vielen Besuchern vor Lachen die Tränen in die Augen.
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