Konfettiregen im Totenmonat
Hammerleser Faschingsverein plant Umzug kurz vor Totensonntag

So ging es vergangene Saison auf Bällen zu, bei denen die Hammerleser Narrenzunft mitmischte. Etwas mehr als ein Hauch davon soll am Samstag durch den Festsaal in Parkstein fegen. Bilder: hfz (2)
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Parkstein
16.11.2016
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Verena Hoch hofft auf viele Schaulustige in "Ost-Hammerles.

Der Faschingsverein Hammerles bittet am Samstag, einen Tag vor Totensonntag, zum Umzug mit Helau und Bonbonwerfen. "Das hat zunächst keiner glauben wollen", sagt Präsidentin Verena Hoch. Aber die Idee dahinter klingt gar nicht so verrückt.

"Ich selber bin eher die Vorsichtige", sagt Hoch. Die Chefin des 145 Mitglieder zählenden Vereins zögerte, als ihr Vize Markus Götz und der Kassier, ihr Mann Bernd Hoch, vergangenes Jahr die Idee hatten, einen zweiten Faschingszug in der Gemeinde einzuführen. Inzwischen ist sie aber überzeugt.

Das hat ganz praktische Gründe. Der Verein feiert in dieser Saison 30-jähriges Bestehen. Das allein ist schon mal ein Grund, auf die Pauke zu hauen. Obendrein will er mit der ungewöhnlichen Gaudi-Offensive Geld einspielen. Das Jubiläumsjahr bescherte ihm zwei neue Garden: 9 Mädchen für die Kinder- und 10 für die Jugendgarde. Die auszustaffieren, ist teuer, erklärt Verena Hoch. "Wenn ich mir nur die Preise für unsere Erwachsenengarde anschaue. Da kostet ein Kostüm von der Schneiderin fast 700 Euro, mit Schuhen ist man schnell bei 900 Euro." Die Eltern zahlen zwar dazu, doch den Löwenanteil sollen der Verkauf von Kaffee und Kuchen am Samstagnachmittag sowie die After-Zug-Party im Parksteiner Steinstadl in die Kasse spülen.

Ost-Hammerleser Faschingszug in Parkstein


Das sei allein mit dem traditionellen Hammerleser Faschingszug am Faschingsdienstag nicht zu schaffen. Den soll es weiterhin geben. Zusätzlich blasen die Narren aber nun zum "Ost-Hammerleser Zug". Er führt durch den Hauptort Parkstein, der selbst keinen Faschingsverein hat. "Wir wollen damit auch ein bisschen zeigen, dass wir Teil der Gemeinde sind", erklärt Präsidentin Hoch. Die Oberen hätten nichts dagegen. "Unsere Bürgermeisterin konnte es zunächst nicht glauben, sie hat uns aber prima unterstützt." Nur die Blaskapelle sei zunächst etwas verstimmt gewesen. Sie gibt am Abend in der Winkler-Halle ihr Herbstkonzert. Doch wenn die Musiker loslegen, wollen die Karnevalisten schon wieder fertig sein. Geplant ist ein Familienspektakel mit Festwagen, Süßigkeiten, Konfetti, Kostümen und frechen Sprüchen. 17 befreundete Vereine und Gruppen haben schon zugesagt. Spontan dürfen es auch noch mehr werden.

Dass doch so viele mitmachen, liegt vielleicht ausgerechnet an dem Termin, der in ersten Reaktionen so viel Kopfschütteln auslöst. Die Präsidentin erklärt es so: "Vor dem 11.11. kam es nicht infrage, am 11. und 12.11. proklamieren alle ihre Prinzenpaare, die Adventszeit wollen wir umgehen, und in der Hochsaison im Januar/Februar sind wir schon mit Bällen und Auftritten ausgebucht." Sollte der Gaudiwurm sich am Samstag zu einem Faschingsschmetterling auswachsen, bäumt sich vor den Hammerleser Narren gleich ein Luxusproblem auf. Sie haben im Kinder- und Jugendbereich fast mehr Zulauf, als sie integrieren können.

"Die kommen alle aus dem Umland: Schwarzenbach, Oberbibrach, Dießfurt oder Weiden", verweist Vanessa Hoch auf das Phänomen, dass kaum Parksteiner Mädels dabei sind. Sollte sich das nach dem Wochenende ändern, müssten die Hammerleser gleich noch eine neue Garde gründen. Für diesen Fall wünscht sich Hoch, dass bald auch neue Trainer antanzen.

Großes NarrenaufgebotDie Teilnehmer am Ost-Hammerleser Faschingszug stellen sich am Samstag, 19. November, um 13 Uhr in der Parksteiner Schulstraße auf. Um 14 Uhr setzt sich der Tross in Bewegung.

Es geht über die Lichtensternstraße, den Marktplatz und die Kirche Richtung Basaltwand. Danach steigt die After-Zug-Party im Festsaal.

Mit dabei sind der Neustädter Faschingszug, die Tursiana Tirschenreuth, der Vohenstraußer Faschingsverein, der Stammtisch Botzersreuth, die Narrhalla Windischeschenbach, die Prinzengarde Reuth, die Faschingsgesellschaften Kohlberg und Eschenbach, Weiß-Blau Wiesau, der Pressather Faschingsverein, die Tanzinis aus Hütten, die Schützenjugend und die Jugendgruppe Parkstein, "Ritmo Vulcanico", die Jugendblaskapelle Reuth und der Spielmannszug Erbendorf.

Die Veranstalter freuen sich über maskierte Zuschauer. Wer noch mitmachen will, kann sich unter Telefon 09602/6469 bei Verena Hoch melden. (phs)
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