Kunterbunter Spuk
Basalttheater begeistert mit "Das kleine Gespenst

Vermischtes
Parkstein
18.07.2016
63
0

Wenn einer Gespenster sieht, bedeutet das meist nichts Gutes. Es sei denn, er schaut dem Basalttheater Parkstein zu.

"Das kleine Gespenst" feierte als neues Kinderstück am Samstagabend unter der Regie von Susanne Spörer Premiere. Eine beeindruckende. Den Akteuren war die Begeisterung auf der Bühne anzusehen, die sich schnell auf die Zuschauer übertrug.

Die Überraschungen des Theaterstücks begannen indes schon lange vor dem Auftritt der Schauspieler. Aus dem Fenster der Burg Eulenstein blicken versteinert drei Menschen, die beim genauen Betrachten als Georg Burkhard, Tanja Schiffmann und Peter Melchner zu erkennen sind. Die drei sitzen so unbeweglich da, dass der Eindruck von Wachsfiguren entsteht. Aber manchmal verrät ein Wimpernschlag, dass es sich doch um die leibhaftigen Honoratioren handelt.

Warum die drei so stillsitzen müssen, ergibt sich aus dem Stück selbst. Nur zur Geisterstunde, wenn das kleine Gespenst Maximilian Pöllath ganz in Weiß mit seinen 13 Schlüsseln rasselt, werden längst Verstorbene wie Burggraf Georg-Kasimir, General Torsten Torstenson und Pfalzgräfin Genoveva Elisabeth Barbara wieder lebendig. Gemeinsam mit dem Uhu Schuhu (Anna Reichl) wagen sie auf der Burg ein Tänzchen.

Obwohl das Gespenst mit seinem Schlüsselbund ein wahres Zauberinstrument in der Hand hat, wird der Wunsch nicht erfüllt, einmal länger wach zu bleiben. Da helfen der Uhrmachermeister Zifferle (Werner Ebneth) und sein Lehrling Herbert (Jonas Werner) nach und drehen schlichtweg am Zeiger der Rathausuhr. Gerade hier wird sichtbar, mit welchem Aufwand die Kulisse geschaffen wurde: Der Rathausturm ist ebenso wie die Burg Eulenstein begehbar. Eine tolle Leistung der Bühnenbauer.

Ganz in Schwarz


Als das Gespenst aus seiner Truhe kommt und von einer Schulklasse mit ihrem Lehrer Thalmeyer (Florian Simmerl) entdeckt wird, ändert sich die Situation auf Eulenberg. Durch die Flucht vor den Kindern, dazu noch in der Sonne, verfärbt sich das Gespenst schwarz.

Fortan gibt es bei den Bewohnern Eulenbergs nur noch ein Gesprächsthema, den schwarzen Unbekannten. Das kleine schwarze Gespenst bringt alle durcheinander, etwa den Bürgermeister (Michael Simmerl) und dessen Sekretärin Kniesebein (Kerstin Hösl). Schließlich hält es die 325-Jahr-Feier der Belagerung Eulenbergs durch die Schweden mit General Torstenson (Elfriede Mehrländer) für eine Rückkehr in die Geschichte des Ortes. Doch mit dem Zurückstellen der Uhr kommt auch das kleine schwarze Gespenst wieder in sein altes Leben zurück.

Neben der Kulisse ist auch die immense Zahl der Mitwirkenden beachtlich: Die Mädchen der Schulklasse in Schottenkaro-Röcken und weißen Blusen, die Buben in blauen Hosen, weißen Hemden und Krawatten in Schottenkaro, eine schwedische Soldatengruppe in entsprechenden Kostümen, dazu die drei Versteinerten machen aus Otfried Preußlers Geschichte ein quirliges Spektakel, das zurecht mächtig Applaus einheimste.
Weitere Beiträge zu den Themen: Basalttheater (4)Das kleine Gesepnst (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.