Etwas Abstand vom Alltag

Lokales
Pechbrunn
09.10.2014
6
0

Die Stimmung war aufgeheizt. Dafür sorgten schon vor dem Öffnen des Bühnenvorhangs die Pechlattenfixner Dorfmusikanten. Ein annähernd gefüllter Saal und engagierte Schauspieler waren die Voraussetzungen für den gelungenen "Bunten Abend".

In der Gastwirtschaft Knopf in Groschlattengrün bereiteten die Akteure des Dorftheaters den Besuchern einen amüsanten und lustigen Abend. Den Alltag vergessen lassen wolle der Theaterverein, sagte Vorsitzender Roland Zeitler, nachdem gemeinsam das "Pechbrunner Heimatlied" gesungen war.

Zeitler dankte den Laienspielern, die ihre Freizeit opfern, um mit ihren Darbietungen in der Öffentlichkeit anzukommen. Der Sprecher nannte besonders Spielleiter Hartmut Schraml. Er sorge mit seinem Team hinter, auf und vor der Bühne - vom Bühnenbild bis zur Besetzung der Rollen - für die Organisation. Nicht vergessen wollte Zeitler auch die Musikanten Johannes Kutzer, Rudi Zimmerer und Dieter Hofmann.

Drei Einakter

Dann hieß es "Bühne frei" für den ersten von drei Einaktern, "Schneider Zwirns Geburtstag", einem Lustspiel von Wolfgang Wirth. Flickenschneider Zwirn (Gerhard Rosenberger) und seine Frau Gretl (Angelika Protschky) leben mit ihrem Sohn Nazl (Thomas Robl) seit jeher in ärmlichen Verhältnissen. Dies könnte geändert werden, wenn die Liebschaft von Sohn Nazl mit Lieserl (Tina Enders), Tochter des reichen Stöckelbauern (Kunibert Reiß), zustande käme. Unüberwindliche Hindernisse mit kuriosen Situationen werden schließlich überbrückt und so kommt Zwirns Frau Gretl zu den für den Geburtstag gespendeten Würsten, Sohn Nazl zu seinem Lieserl und die Not in Zwirns Familie hat ein Ende. "Der taube Michel" hieß die Bauernposse von Hans Lang. Hier präsentierte sich Bauer Michel (Kunibert Reiß) als schwerhöriger Zeitgenosse, an dem sich Magd Babett schon heiser geschrieen hat und das Bett hüten muss. Knecht Wastl (Thomas Robl) muss sich deswegen mit ihm abgeben, hat dazu wenig Lust und spielt dem Bauern einen um den anderen Streich. Bauer Michels Tochter Anna (Marlene Fux) hat ein heimliches Verhältnis mit Martl Kellmeier (Thomas Flügel), der sich schwerhörig stellt, um Anna zu bekommen. Doch dann erlangt Bauer Michl durch einen Schreck sein Gehör zurück.

Giftiges Busserl

"Der Schuss nach hinten" - so hieß der ländliche Schwank von Michael Scheuer. Michelbauer (Gerhard Rosenberger) kann es nicht verkraften, dass er von seinem Erzrivalen Redlbauer (Kunibert Reiß) bei einem Handel ausgebootet wurde. Er sinnt nach Rache und spannt dazu Redlbauers Knecht Flori (Thomas Kick) ein. Der hat ein Auge auf dessen Tochter Traudl (Heike Brandner) geworfen. Schwester Gretl (Simone Zitzlmann) behauptet beim Wiedersehen mit ihrem Schulfreund Veri (Thomas Flügel), ein Busserl wäre Gift und will zunächst von dessen Annäherungen nichts wissen. Schließlich ist da noch die schwerhörige Magd Zenzi (Monika Bartsch). Sie alle sorgen für allerhand Verwicklungen.

Die Zuschauer spendeten Szenenbeifall für die couragierten Leistungen aller Beteiligten. Tina Enders stand zum ersten Male auf der Bühne und machte ihre Sache ordentlich. (Info-Kasten)
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9311)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.