Freie Fahrt für Radler

Nach wiederholter Kritik wird die Gemeinde Pechbrunn nun zahlreiche sogenannte Zeichen 250 (Bild) gegen Zeichen 260 austauschen. Damit sollen künftig nur noch Kraftfahrzeuge ausgesperrt werden - für Radfahrer gilt freie Fahrt. Bild: iv
Lokales
Pechbrunn
08.11.2014
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Nach wiederholter öffentlicher Kritik stimmte der Pechbrunner Gemeinderat jetzt für den Austausch zahlreicher Verbotsschilder, die Radfahrer zum Schieben verdonnern. Die Sperrungen werden künftig nur noch für Kraftfahrzeuge gelten.

Mit dem Schritt reagierte der Gemeinderat auf die Hinweise von Fahrlehrer Max Schiedeck aus Preisdorf. Er hatte immer wieder kritisiert, dass im Gemeindebereich und darüber hinaus im ganzen Landkreis zu viele sogenannte Zeichen 250 stünden, die Wege und Straßen für Fahrzeuge aller Art sperren (wir berichteten). Sogar Radfahrer müssten absteigen und schieben, wofür es eigentlich keinen Grund gebe. Schiedeck hatte gewarnt, dass Radler, die dennoch dort fahren, bei einem Unfall Probleme mit der Versicherung bekommen könnten.

Bürgermeister Ernst Neumann gab einen kurzen Bericht über das Zustandekommen der Beschilderungen und verwies darauf, dass einige Schilder schon vor mehr als 20 Jahren erstmals aufgestellt worden seien, jeweils nach verkehrsrechtlicher Anordnung. Einstimmig beschloss das Gremium, die Zeichen 250 dort, wo es notwendig sei, durch Zeichen 260 (Verbot für Kraftfahrzeuge) zu ersetzen. Somit dürfen Radler passieren, nicht jedoch Motorradfahrer und Autos. Allerdings soll dafür auch die verkehrsrechtliche Anordnung der Polizei eingeholt werden. Noch offen ist, ob komplett neue Schilder aufgestellt oder die bestehenden umgewidmet werden.

Spritze defekt

Eine Diskussion entwickelte sich anschließend um das Feuerwehrwesen in der Gemeinde. Auslöser dafür war die notwendige Reparatur bzw. der Ersatz der seit einer Gemeinschaftsübung vor einigen Wochen defekten Tragkraftspritze der Pechbrunner Feuerwehr. Bürgermeister Neumann informierte, dass er zwei Angebote für ein neues Gerät angefordert habe. Die Reparatur der 27 Jahre alten Spritze würde zwischen 1800 und 2000 Euro kosten. Gleichzeitig habe er bei der Pechbrunner Wehr angefragt, ob sie sich bei einer Neuanschaffung finanziell beteiligen würde. Vorsitzender Alois Röber habe in einem Antwortschreiben erklärt, dass man dies vorerst nicht wolle, weil noch einige Fragen offen seien.

Wehren zusammenlegen

Thomas Dehmel (SPD) betonte, dass er schon seit Jahren dafür sei, die Wehren Pechbrunn und Groschlattengrün zusammenzulegen. "Wenigstens sollte man über dieses Problem einmal offen reden." Er sehe nicht ein, dass in einer Gemeinde alles doppelt und dreifach angeschafft werde. Ein Zusammenschluss würde seiner Meinung nach die Schlagkraft der Brandschützer erhöhen und die Gemeinde finanziell entlasten. Dehmel schlug vor, sich mit den Verantwortlichen an einen Tisch zu setzen, um die Möglichkeiten auszuloten. Das Gremium kam zu dem Schluss, diesen Punkt bis zur Klärung einiger Fragen zurückzustellen.

Bürgermeister Ernst Neumann gab weiter die Ergebnisse einer Geschwindigkeitsmessung in der Badstraße bekannt, nachdem des Öfteren schnell fahrende Autos moniert worden waren. Zwischen dem 8. und dem 15. Oktober sei dort das Tempo von 3945 Fahrzeugen gemessen worden. Wenn man die Geschwindigkeit von 55 km/h noch zu den vertretbaren Werten rechne, so Neumann, seien letztlich 102 Verkehrsteilnehmer (2,6 Prozent) negativ aufgefallen. Diese seien bis zu 80 km/h schnell gewesen.

Schließlich legte das Gremium den Termin der Bürgerversammlung fest. Sie findet am Donnerstag, 20. November, um 19.30 Uhr im Landgasthof Obst in Pechbrunn statt.
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