Keine technischen Mängel

Duplizität schrecklicher Ereignisse: An der Stelle, wo am Dienstag auf der Autobahn A 93 zwischen Mitterteich und Pechbrunn der Gefahrgut-Transporter die Mittelleitplanke durchbrach und in den Gegenverkehr prallte, geschah vor neun Monaten ein Unfall nach gleichem Muster. Damals war ein Geländewagen auf die Gegenfahrbahn geraten. Rund 250 Helfer waren am Dienstag im Einsatz, darunter auch die Rettungshubschrauber. Bild: Wellenhöfer
Lokales
Pechbrunn
02.07.2015
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Ein Reifenplatzer wiegt meist schwer genug, bei einem Gefahrgut-Transporter kann er dramatische Folgen haben. Wäre der tragische Autobahnunfall vom Dienstagabend zu verhindern gewesen?

"Das ist einfach eine tragische Geschichte", sagt Erster Polizeihauptkommissar Werner Ochantel. Der Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Weiden hat die ersten Gutachter-Ergebnisse zu dem spektakulären Unfall vom Dienstagabend bereits vorliegen.

Wie berichtet, war bei einem mit 20 Tonnen Flüssiggas beladenen Gefahrgut-Transporter auf der Autobahn A 93 zwischen den Anschlussstellen Mitterteich-Nord und Pechbrunn der vordere linke Reifen geplatzt. Der Sattelzug war nicht mehr in der Spur zu halten, walzte die Mittelleitplanke nieder, kippte um und prallte in den Gegenverkehr. Mit verheerenden Folgen: Ein Regensburger Autofahrer kam ums Leben, ein Ehepaar aus Schweden erlitt schwerste Verletzungen. Drei weitere Betroffene kamen mit leichteren Verletzungen davon.

Während zwei andere Verkehrsteilnehmer von dem heranschlingernden Ungetüm nur gestreift wurden, kam für die zwei nachfolgenden Fahrer jede Reaktion zu spät. Zwar versuchten sie nach der jetzt vorliegenden Spurenlage, noch äußerst rechts auszuweichen, konnten dem Unheil aber nicht entgehen.

"Das war auch kaum zu verhindern", meint denn Ochantel. "So ein Reifenplatzer kann immer wieder und jedem mal passieren", ist sich der Inspektionsleiter sicher. Spezielle Reifen seien für derartige Gefahrgut-Transporte nicht vorgeschrieben. Sie müssten lediglich für das entsprechende Gewicht zugelassen sein. "Technische Mängel jedenfalls hat der Gutachter bisher nicht feststellen können. Und auch die Fahrtüchtigkeit des Fahrers steht außer Zweifel." Der 66-jährige Ingolstädter liegt mit mittelschweren Verletzungen im Krankenhaus.

Rund 250 Rettungskräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Technischem Hilfswerk, Polizei und Rettungsflieger waren am Dienstagabend auf der Autobahn im Einsatz, darunter auch das Kriseninterventionsteam. Und viele hatten im ersten Augenblick den verheerenden Unfall vor neun Monaten an exakt der gleichen Stelle im Auge. Da war ein österreichischer Geländewagen aus bisher immer noch nicht geklärter Ursache ebenfalls über die Mittelleitplanke gekracht und hatte den Gegenverkehr niedergewalzt. Damals waren drei Tote und zwei Schwerstverletzte zu beklagen. "Reiner Zufall", kann Werner Ochantel keine anderen Gründe für die Duplizität erkennen.

Bis Donnerstag gesperrt

Problematisch gestaltete sich die Bergung des Tanklastzuges. Die Ladung wurde in ein Ersatzfahrzeug umgepumpt. Weil dabei Flüssiggas hätte austreten können, wurde der Bereich weiträumig gesperrt. Auch danach gab es reichlich Behinderungen in diesem Streckenabschnitt, waren die beiden linken Fahrspuren bis zum Donnerstagmorgen gesperrt.
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