Lob und Tadel für die Bürger

Lokales
Pechbrunn
25.11.2015
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Viele Dankesworte, aber auch Kritik und Appelle sprach Bürgermeister Ernst Neumann bei der Bürgerversammlung aus. Für Ärger in der Gemeinde sorgten nach wie vor Müllablagerungen, Hundekot und das Parken auf Gehsteigen.

Zahlreiche Besucher waren in den Gasthof Knopf in Groschlattengrün gekommen, darunter auch 2. Bürgermeister Josef Hollmann und fast der gesamte Gemeinderat. Seine Ausführungen begann Ernst Neumann mit dem Thema Wasser und Abwasser. Trotz des heißen Sommers seien nur 65 386 Kubikmeter Wasser verbraucht worden, 591 weniger als im Vorjahr.

Während im Baugebiet "An der Kleewiese" in Pechbrunn zwei Grundstücke verkauft und vier vorgemerkt worden seien, stünden "Am Trottacker" in Groschlattengrün noch drei Bauplätze zur Verfügung. Der Bürgermeister erinnerte an die Sanierung des Leichenhauses in Pechbrunn und einiger Straßen im gesamten Gemeindegebiet. Im nächsten Jahr würden diese Maßnahmen fortgesetzt. Auch die Spielplätze habe man zum Teil neu bestückt. Das Naturbad, das heuer sehr gut angenommen worden sei, werde 2016 ebenfalls saniert.

Auf der Grüngutdeponie sollten die Bürger das Ablagern von Fremdkörpern vermeiden. Weiter appellierte Neumann erneut an alle Hundebesitzer, ihrer Fürsorgepflicht gerecht zu werden und die Häufchen ihrer Vierbeiner zu beseitigen. Unterlassen werden sollte das Parken auf Gehsteigen, auch im Hinblick auf den anstehenden Winterdienst. Fahrzeuge sollten nach Möglichkeit auf dem eigenen Grundstück abgestellt werden.

Solide Haushaltsführung

Nach wie vor seien in der Gemeinde noch keine Asylbewerber untergebracht, aber dies könne sich jederzeit ändern. Rückläufig sei weiterhin die Zahl der Einwohner. Derzeit leben laut Neumann 1354 Menschen in der Gemeinde. Die Grundschule Pechbrunn besuchen 53 Kinder - ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. 66 Kinder (70 im Vorjahr) sind im Kinderhaus gemeldet. Detailliert ging der Bürgermeister auf die Gemeindefinanzen ein. Den Schuldenstand bezifferte Neumann auf 201 586,82 Euro. Die Rücklagen betrugen Ende 2014 rund 1 314 000 Euro. 2016 soll eine Rücklagenzuführung von rund 177 000 Euro möglich sein. Eine solide Haushaltsführung in den vergangenen Jahren sei die Gewähr, dass die Gemeinde auch in den kommenden Jahren ihre Aufgaben erfüllen kann, so der Bürgermeister. Nicht zuletzt dankte er Wilma Schaumberger, die sich seit Jahren um das Gemeindearchiv kümmert. Allerdings sei sie nach dem Tod von Walter Baier allein auf weiter Flur, ein Helfer werde nach wie vor gesucht.

Einen Sammelantrag hatte Michael Helm eingereicht. Er wollte unter anderem wissen, wie viel Diesel der Bauhof in den vergangenen zehn Jahren verbraucht hat, warum die Ringleitung für die Wasserversorgung "Am Hügel" rund 100 000 Euro gekostet hat und warum die Kanal- und Wassergebühren laufend erhöht würden. Weiter bemängelte Helm die seiner Ansicht nach fehlende Sauberkeit in der Gemeinde und fragte, warum leerstehende Wohnungen in Gemeindehäusern nicht laufend ausgeschrieben würden.

Leitungsbau notwendig

Bürgermeister Neumann erwiderte, dass er sich nicht um jeden Liter Diesel kümmern könne, der verbraucht wird. Folglich wisse er auch nicht den Verbrauch in den vergangenen zehn Jahren. Die Meinung, dass es in der Gemeinde nicht mehr so sauber sei als noch vor einigen Jahren, könne Neumann nicht teilen. Die leeren Wohnungen in Gemeindehäusern würden für Notfälle vorgehalten, so Neumann. Die letzte Erhöhung der Kanal- und Wassergebühren sei im Jahr 2005 vorgenommen worden. Der Bau der Ringleitung "Am Hügel" sei notwendig gewesen, um bei Rohrbrüchen die Wasserversorgung sicherstellen zu können. Die Kosten- und Nutzenrechnung sei auf zehn Jahre ausgerichtet.

Schließlich wollte Michael Helm noch wissen, warum die Rand- und Bordsteine an den Straßenrändern nicht regelmäßig ausgefugt würden. Dazu sagte Gemeinderat Winfried Wohlrab, dass die Haltbarkeit des Fugenmörtels von begrenzter Dauer sei. Eine ständige Erneuerung wäre mit viel Arbeit und Kosten verbunden.

Lob und Tadel trug Erich Uschold in einer in Gedichtform gehaltenen Rede vor. Auf den Nägeln brannten ihm besonders die Regelung der Straßenausbaugebühren und die Folgen für die Bürger. Auch beschwerte er sich über einige Forststraßen, die seiner Meinung nach für ältere Personen wegen nicht aufgeräumter Äste und anderer Rückstände aus der Holzernte nicht begehbar seien. Zum Thema Straßenausbaugebühren merkte der Bürgermeister an, dass man auf eine richtungsweisende Entscheidung der Staatsregierung warte.

Am Ende würdigte der Bürgermeister alle, die sich zum Wohl der Gemeinde eingebracht haben. Ein besonderer Dank ging an alle Ehrenamtlichen in den Vereinen und Verbänden, die mit ihrer Arbeit für Leben in der Gemeinde sorgten.
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