Präventionsbeamter der Kripo Hof spricht in Pechbrunn über Gefahren von Drogen: "Jeder Mensch ...
Mit Crystal Speed in die Schizophrenie oder in den Tod

Lokales
Pechbrunn
04.05.2015
30
0
Einen bemerkenswerten Vortrag über Suchtgefahren hielt Thomas Schmalfuß, Drogen-Präventionsbeamter der Kripo Hof, im Rotkreuzraum des Rathauses. Initiiert hatte den Abend die örtliche KAB, das Katholische Erwachsenenbildungswerk sowie die Grundschulen Pechbrunn und Mitterteich.

Bildungsbeauftragte Monika Schmiedel freute sich über die vielen Zuhörer, ehe der Referent in drastischer Form auf die Gefahren der sogenannten legalen Drogen als auch auf die der illegalen Drogen hinwies. "Jeder Mensch kann süchtig werden", sagte Schmalfuß eingangs und verwies auf die dafür geboten Möglichkeiten mit legalen Suchtmitteln, wie Alkohol, Nikotin, Kräutermischungen bis hin zum Handy, Computer und dem Fernsehgerät in Abhängigkeiten zu geraten.

Geraucht und geschnupft

Fast niemand behaupte er sei nikotinabhängig, beschrieb Schmalfuß die Selbsteinschätzung von Rauchern. Dies gelte genau so für Alkohol, weil viele der Ansicht sind, dass es sich hier um ein Genussmittel handle. Ein besonderes Problem bereiten in jüngster Zeit die sogenannten "Legal Highs". Dazu zählen Kräutermischungen, Pflanzendünger und Badesalze, die geraucht, geschnupft und geschluckt würden und zu lebensgefährlichen Vergiftungen führen können. Die Substanzen können von zahlreichen Internetversendern legal bezogen werden. "Eins steht fest", sagte der Kommissar: "Wer frühzeitig mit Alkohol oder Nikotin in Verbindung kommt, der neigt später zu härteren Drogen." Den Eltern riet der Referent, Mediensüchten der Kinder frühzeitig entgegen zu treten, indem man die Angebote dosiert, auch wenn es das eine oder das andere Mal mit Schwierigkeiten verbunden sei.

Der Schwerpunkt des Vortrags lag naturgemäß auf dem Konsum von illegalen Drogen, wie Crystal Speed, LSD und Opiaten (Opium, Morphium und dergleichen). Dabei schenkte er Crystal Speed seine besondere Aufmerksamkeit. Denn diese Droge sei bereits mitten in der Gesellschaft angekommen. Zahlreiche Menschen in allen Schichten der Gesellschaft konsumieren diese kristalline Substanz, um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, um im Leben zurecht zu kommen.

Eine Scheinwelt

Allerdings sei dies eine Scheinwelt. Der Referent berichtete von zerbrochenen Familien und Eltern, die ein Kind wegen Drogenkonsums verloren haben. Crystal führe wegen seines hohen Wirkstoffgehaltes schnell in die Abhängigkeit, die letzten Endes zu Depressionen und Gedächtnisstörungen führe. Rund ein Jahr dauere es, bis man sich von den Schäden an Geist und Körper einigermaßen erholt habe. "Wer nicht lassen kann von dieser Droge, dessen Leben führe letzten Endes in die Schizophrenie oder bei übermäßigem Genuss zum Tode."

Alkohol und Nikotin, sagte der Referent weiter, seien die Wegbereiter für härtere Drogen, dies habe die Erfahrung der letzten Jahre gezeigt. "Wer kifft hat in der Regel zuvor schon geraucht." Die heutigen Drogen aus dem Chemielabor könnten relativ problemlos hergestellt werden und unterliegen keinerlei Kontrolle. Ihr Genuss sei ein Pakt mit dem Teufel. Kommissar Schmahlfüß beleuchtete auch kurz das Rauchen mit der Wasserpfeife und bezeichnete diese Art des Rauchens als wesentlich gefährlicher als ursprünglich angenommen. Abschließend sagte der Referent: Der Genuss von illegalen Drogen zerfresse auf Dauer Körper und Geist und sei nicht vereinbar mit dem normalen Leben. Er verwies hier auf Schule, Arbeitsplatz und die Benutzung eines Fahrzeuges.

Wärme und Geborgenheit

Den Eltern gab er den Rat, den Kindern mit Zuwendung, Zeit und Zärtlichkeit zu begegnen, denn diese suchen Wärme und Geborgenheit. Dies schaffe Selbstvertrauen und stärke das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl, Voraussetzungen, leichter dem Teufelskreis von Drogen zu entkommen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.