Unfallrisiko an Gleisanlagen nicht unterschätzen: Bundespolizei informiert Pechbrunner ...
"Faszination Eisenbahn" mit vielen Gefahren

Die Schüler der 1. und 2. Klasse der Grundschule Pechbrunn zusammen mit den Lehrkräften Beate Koch und Erika Fennerl (rechts hinten) sowie Beate Meyer und Gottfried Rittig von der Bundespolizei (hinten, linke Seite). Bild: iv
Lokales
Pechbrunn
29.10.2015
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Die Sicherheit auf Bahnanlagen stand bei einer Aufklärungsaktion der Bundespolizei für Grundschüler im Vordergrund: Mädchen und Buben sollen frühzeitig mit den Gefahren auf Bahnhöfen, Übergängen, Bahn- und Gleisanlagen vertraut werden.

In der Grundschule Pechbrunn oblag diese Aufgabe dem Polizeihauptmeister Gottfried Rittig und der Polizeiangestellten Beate Meyer. Beide verstanden es mustergültig mit Videoaufnahmen und Filmen sowie mit ihren reichhaltigen Erkenntnissen auf diesem Gebiet, die Kinder in ihre Ausführungen mit einzubinden und sie dadurch für dieses Thema zu begeistern.

Neben den Gefahren im Straßenverkehr sind die Gefahren an Bahnanlagen gerade für Kinder nicht zu unterschätzen, sagte Rittig eingangs seines Vortrages. Die Faszination "Eisenbahn" sei gerade für Kinder sehr groß und verleite dazu, Gleisanlagen zu betreten, auf Bahnsteigen zu spielen, Mutproben vor heranfahrenden Zügen zu machen, Steine auf die Schienen zu legen, auf Brücken und Waggons zu klettern oder an Schranken herum zu turnen. Die Folgen seien oft tragisch.

Sogwirkung

An Hand von Aufnahmen wurde den Kindern drastisch vor Augen geführt, in welche Gefahren sie sich bei Nichtbeachtung der gebotenen Vorsichtsregeln begeben. Da ging es zunächst um die Einhaltung des Sicherheitsabstandes zu den Bahnsteigkanten, der extra gekennzeichnet ist, um der Sogwirkung eines ein- oder durchfahrenden Zuges aus dem Weg zu gehen. Ein- und Aussteigen sei nur dann erlaubt, wenn der Zug angehalten hat. Wohl zu den gefährlichsten Tätigkeiten von Kindern gehöre das Spielen auf Gleisanlagen. Züge nähern sich fast lautlos und können je nach Windrichtung oft erst spät wahrgenommen werden. Den Kindern wurde eindringlich vor Augen geführt, dass ein mit voller Geschwindigkeit (rund 100 km/h) fahrender Zug nicht ausweichen könne und rund 1000 Meter benötige, bis er zum Stehen kommt.

Beim Klettern auf Masten, Schutzeinrichtungen, Brücken und abgestellten Schienenfahrzeugen entstehe eine lebensgefährliche Nähe zur Oberleitung, sofern die Strecke elektrifiziert ist. Nicht nur das Berühren der Oberleitung mit dem Körper oder anderen Gegenständen aller, sondern schon die bloße Annäherung sei lebensgefährlich. Mit einer Broschüre, die den Kindern übergeben wurde, werden die Eltern aufgefordert, den Kindern die wichtigsten Verhaltensweisen zum Aufenthalt auf Bahnhöfen oder das Verhalten an Bahnübergängen zu vermitteln. Denn Gleisanlagen, Bahnhöfe oder Brücken seien keine Abenteuerspielplätze für Kinder. Und gut informierte Kinder, sagte Rittig, seien eben weniger gefährdet.

Aufmerksame Zuhörer

Auch das Drachenfliegen lassen in der Nähe von Fahrleitungen sowie Gleisanlagen sollte unbedingt unterlassen werden. In der rund eineinhalb Stunden dauernden Aufklärungsaktion wurden die Kinder immer wieder in das Thema mit einbezogen, so dass keine Langeweile aufkam und sie so zu aufmerksamen Zuhörern wurden.
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