KAB-Rechtsstellenleiter Josef Wismet
Übergabe zu Lebzeiten spart Steuern

Politik
Pechbrunn
02.11.2016
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Schon zu Lebzeiten sollten die Angelegenheiten mit den Kindern oder Erben ausdiskutiert werden. Denn mit der richtigen Lösung lasse sich Streit vermeiden. So lautete der Rat von Josef Wismet aus Regensburg. Der Leiter der KAB-Rechtsstelle informierte kürzlich im Pfarrheim bei einer Versammlung des KAB-Ortsverbands im Pfarrheim zum Thema "Versorgung im Alter".

Gespräch mit Notar


Bei größeren Vermögen sei ein Beratungsgespräch mit einem Notar angeraten, so der Referent nach der Begrüßung durch Monika Schmiedel, Beauftragte der Katholischen Erwachsenenbildung. Eine Übergabe zu Lebzeiten bringe für Erben steuerliche Vorteile. Wismet zeigte anhand einer Tabelle Freibeträge bei Erbschaften und Schenkungen. Freibeträge könnten alle 10 Jahre ausgeschöpft werden. Ein weiterer Grund ist es die Vermögensverhältnisse bei Lebzeiten zu regeln, wenn ein Pflegefall eintritt. Wenn die Rente nicht reicht, könne Sozialhilfe beantragt werden. Der Staat prüfe jedoch zunächst die Besitzverhältnisse des Antragstellers.

"Wenn zwischen Übergabe und Sozialbedürftigkeit weniger als 10 Jahre liegen, kann das Sozialamt verlangen, dass der Beschenkte das Erbe ans Sozialamt abtreten muss." Zwei Fragen sind laut Wismet bei der Übergabe wichtig: "Bin ich reif dafür, denn ich bin dann nicht mehr der Herr des Hauses." Die weitere Frage wäre, ob die Kinder dafür geeignet seien. Das Wichtigste hierfür ist ein Gespräch innerhalb der Familie. Rechte sollten notariell abgesichert werden - wie Wohnrecht, Rückgaberecht bei Missbrauch und Unstimmigkeiten.

Ein Testament rechtzeitig zu verfassen sei immer hilfreich, sagte Wismet. Er erklärte die Erbfolge und verschiedene Formen des Testaments. Es soll von Hand geschrieben sein - sinnvoll wäre, es notariell beurkunden zu lassen. Zuletzt befasste sich der Referent mit der Vorsorgevollmacht. "Sie sollte jeder machen. Viel zu wenig Menschen denken daran." Jeder sollte sich die Frage stellen, wer im Ernstfall Entscheidungen treffen solle, wenn man selber nicht mehr dazu in der Lage sei. "Eine Vorsorgevollmacht gibt Selbstbestimmungsrecht." Eine oder mehrere Personen seien dann im Ernstfall stellvertretend für den Vollmachtgeber verpflichtet. Die Vorsorgevollmacht sollte schriftlich gemacht werden.

Griffbereit


Es kann die gewünschte Person oder mehrere Personen eingetragen werden. Die Vollmacht sei über den Tod hinaus wirksam und bemächtige Rechts- und Vermögensangelegenheiten in Angriff zu nehmen, Bankgeschäfte und Gesundheitsmaßnahmen zu regeln. "All dies sollte eine Vorsorgevollmacht enthalten und diese für die betreffenden Personen griffbereit aufbewahrt werden."
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