Wasser und Kanal teurer

Pechbrunn steht gut da. Denn die Gemeinde hat wenig Schulden. Bürgermeister Ernst Neumann (links) informierte in der Bürgerversammlung über markante Daten und Veränderungen. Bild: jr
Politik
Pechbrunn
20.11.2016
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"Wir sind eine äußerst sparsame Gemeinde, leisten uns nichts. Eigentlich machen wir etwas verkehrt. Wir sollten Schulden machen", meinte Bürgermeister Ernst Neumann bei der Bürgerversammlung. Denn viele Kommunen bekämen ob ihrer lockeren Ausgabepraxis Stabilisierungshilfe. Neumann: "Wir sparen, werden aber nicht belohnt."

Die Zahlen sprechen für sich: Pechbrunn hat eine Verschuldung von 201 546 Euro, Ende 2016 werden es noch 165 512 Euro sein. Dem stehen Rücklagen in Höhe von 1,31 Millionen Euro gegenüber. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 122,15 Euro, die Rücklagen pro Einwohner 972 Euro. "Aber dass mir keiner kommt und lässt sich morgen sein Geld ausbezahlen", mahnte Ernst Neumann humorvoll.

Verbrauch sinkt


42 Besucher waren in den Landgasthof Obst zur Bürgerversammlung gekommen. Gleich eingangs berichtete Bürgermeister Neumann: "Wir verbrauchen heuer rund 3800 Kubikmeter weniger Wasser als im Vorjahr." Die Folge: "Wir beziehen von der Steinwaldgruppe jährlich rund 55 000 Kubikmeter Wasser. Wir werden diese um weitere 7000 Kubikmeter zurückschrauben." Steigen wird der Wasser- und Abwasserpreis um 99 Cent auf dann insgesamt 4,46 Euro pro Kubikmeter. 13 Jahre lang war der Wasserpreis konstant. Im neuen Jahr muss erhöht werden. Aktuell besuchen 48 Kinder die Grundschule. Durch den Einbau einer neuen Küche wurde das Angebot verbessert. Nicht einverstanden zeigte sich Ernst Neumann mit der Tatsache, dass ab kommendem Jahr der Besuch der gemeindlichen Kläranlage aus dem Lehrplan gestrichen wird. "Da gab es einen großen Lerneffekt für die Kinder." Den Kindergarten besuchen 65 Mädchen und Jungen, davon 13 Krippenkinder. Bis 2019 ist das Kinderhaus ausgebucht, freute sich der Bürgermeister. Auch dort wurden zwei neue Küchenzeilen eingebaut. Aktuell hat die Gemeinde 1358 Einwohner - 4 mehr als im Vorjahr.

Viel Eigenleistung


Weiteres Thema war der Neubau des Gerätehauses der Feuerwehr Groschlattengrün. Bürgermeister Neumann erläuterte, dass ein Neubau mit zwei Stellplätzen geschaffen wird. Für das 402 000 Euro teure Projekt erwartet er eine Förderung von 115 000 Euro. Dankenswerter Weise habe sich die Wehr zwischenzeitlich ein zweites Fahrzeug aus eigenen Mitteln angeschafft. Die Gemeinde muss für den Unterhalt aufkommen. Im nächsten Jahr soll Baubeginn sein, ein Jahr später Inbetriebnahme des Gerätehauses. Neumann dankte schon jetzt der Wehr für die zu erbringende Eigenleistung.

Dorfladen


Bei der anschließenden Diskussion fragte Martin Müller nach einem möglichen Dorfladen, ähnlich wie in Fuchsmühl. Bürgermeister Ernst Neumann machte deutlich, dass sich das Einkaufsverhalten der Bürger verändert habe. Viele kauften in Discountern ein. Nach den bisher gemachten Erfahrungen mit Dorfläden stufte er eine erfolgreiche Führung als schwierig ein.

Lärmschutz


Günther Pirner wusste, dass die an Pechbrunn vorbeiführende Bahnstrecke elektrifiziert werde. Gibt es schon Überlegungen in Sachen Lärmschutz? Bürgermeister Ernst Neumann konnte noch keine Details nennen. Die Mandatsträger der Region seien eingeschaltet. Markus Wunderlich fragte nach einem Bolzplatz zwischen den Orten Pechbrunn und Groschlattengrün. Bürgermeister Ernst Neumann wusste von dem Wunsch, verwies aber darauf, dass der Besitzer der Fläche diese landwirtschaftlich verpachtet habe.
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