Ein Gasthaus voller Puppen

Elisabeth Fischer zeigt in ihrer Gastwirtschaft ab Karfreitag ihre große Puppensammlung mit mehr als 3000 Exemplaren. Bild: jr
Vermischtes
Pechbrunn
24.03.2016
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Vor über 50 Jahren hat sie die Sammelleidenschaft gepackt, so dass Elisabeth Fischer heute mehr als 3000 Puppen ihr Eigen nennen kann. Ab Karfreitag zeigt die 83-jährige Wirtin ihre große Sammlung erstmals bei einer Ausstellung.

Große und kleine Besucher sind am Karfreitag ab 14 Uhr im Rasthaus am Teichelberg ("Casino") willkommen, das sie ebenfalls seit mehr als 50 Jahren bewirtschaftet. Der Eintritt ist frei, über Spenden zur Deckung der Kosten würde sie sich aber freuen. Zu sehen ist die Ausstellung über die Osterfeiertage hinaus auf unbestimmte Zeit zu den üblichen Öffnungszeiten des Lokals.

Die Sammelleidenschaft der "Lisl", wie sie zumeist genannt wird, begann nach dem Umzug aus ihrer Heimatgemeinde Wiesau nach Pechbrunn. In all den Jahrzehnten erhielt sie beim Sammeln der Puppen Unterstützung von ihrem Ehemann Josef, der 2002 verstorben ist. Den Großteil der Puppen hat sie auf Flohmärkten der Region gekauft, die sie regelmäßig besucht hat. Aber auch Stammgäste des Gasthauses haben ihr viele Puppen mitgebracht. Und so häuften sich im Laufe der Zeit nicht nur Exemplare aus Deutschland, sondern auch aus der ehemaligen DDR, Polen und Russland an.

Inzwischen sammelt Elisabeth Fischer nicht mehr weiter, ihr Hauptaugenmerk gilt jetzt den bereits vorhandenen Puppen. "All diese Puppen sind wie meine Kinder", erklärt die dreifache Mutter. "Ich spiele und spreche oft mit ihnen." Um zu verhindern, dass die Puppen zu sehr verstauben, zieht sie sie alljährlich aus und wäscht die Kleider.

Kleiner Flohmarkt


Aufgebaut hat sie einen Großteil ihrer Puppensammlung in einem Nebenzimmer der Gastwirtschaft, den sie abschließen kann. Ein weiterer Teil der Sammlung findet sich in der Gaststube selbst. Entstanden ist somit ein regelrechtes Puppenmuseum. Um ihre Lieblinge aber vor den Händen allzu neugieriger Besucher zu schützen, will sie eine Art Absperrung errichten. Anschauen ist natürlich erlaubt, auf Nachfrage zeigt sie Puppen auch gerne aus der Nähe. Übrigens hat Elisabeth Fischer auch noch viele andere Dinge aus längst vergangenen Zeiten gesammelt. Dazu zählen etwa Wetteraufzeichnungen ihres Großvaters aus dem 19. Jahrhundert. Blickfang in der Gastwirtschaft ist auch eine Underberg-Edition mit alten Lastwagen. "Meine Gäste haben früher viel Underberg getrunken, dafür gab es diese Unikate", erklärt die "Lisl", die parallel zur Ausstellung auch einen kleinen Flohmarkt veranstalten will.

Als Wirtin werde sie auch weiterhin tätig sein, wie sie betont: "Ich wollte ja schon längst aufhören, aber ich kann doch meine Stammgäste nicht im Stich lassen."
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