Naturschützer befürchten Zerstörung des Teichelbergs
„Perle der Naturwälder“ in Gefahr

Gut 100 Teilnehmer schlossen sich der Teichelberg-Exkursion des Bundes Naturschutz an. Sie protestierten damit auch gegen eine nochmalige Erweiterung des Basaltabbaus um 37 Hektar. Bild: pr
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Pechbrunn
20.10.2016
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Naturschützer befürchten die Zerstörung des Teichelbergs durch den Basaltabbau. Eine Wanderung mit mehr als 100 Teilnehmern verdeutlicht den Widerstand.

Was die Förster und Artenschützer über diesen Naturschatz erklärten, das beeindruckte alle, wie es in einer Pressemitteilung des Bundes Naturschutz (BN), Kreisgruppe Tirschenreuth, heißt. Revierförster Markus Liegl erklärte: "Im Kerngebiet des Teichelbergs befindet sich wirklich ein Urwald."

Dieses Gebiet sei wegen der abgelegenen und steilen Lage über Jahrhunderte kaum genutzt worden. Seit 40 Jahren sei dort das Naturwald-Reservat "Gitschger" ausgewiesen, und seitdem wurde kein Baum mehr gefällt und kein Holz entnommen. Mit über 75 Hektar sei es eines der großen Reservate in Bayern. Hier stünden bis zu 250 Jahre alte Buchen, Ahorne, Eschen und Linden mit einem Stammumfang von mehr als drei Metern.

415 Käferarten gibt es hier, davon sind 150 auf Totholz angewiesen. Dazu über 400 verschiedene Nachtschmetterlinge und 220 Pilzarten. Ralf Straußberger, der heutige Waldreferent des Bundes Naturschutz, hat diese "Perle der Naturwälder" vor 15 Jahren erforscht und war auf Arten gestoßen, die in ganz Deutschland bereits als ausgestorben galten. Naturschützer sind sich einig: "Mit diesem einzigartigen Artenspektrum ist der Teichelberg nicht nur bayernweit unersetzlich, sondern ist von nationaler Bedeutung." Ungenutzte alte Laubwälder seien in Deutschland extrem selten. In ihnen lebten viele verschiedene Waldvögel und Fledermäuse, Wildkatzen und manchmal auch der Luchs. Am Teichelberg leben zwei Wildkatzenfamilien.

1996 wurden noch einmal 26 Hektar des Teichelbergs für den Basaltabbau freigegeben, die inzwischen abgebaut sind. Die verbliebene Fläche wurde 1996 zusätzlich als Naturschutzgebiet und 2006 als europäisches Schutzgebiet (FFH-Gebiet) ausgewiesen. Die gesamte Schutzfläche beträgt 115 Hektar. Das Waldgebiet steht also unter dreifachem Schutz. Ernst Tippmann vom Naturpark Steinwald betonte, wie wichtig dieses Schutzgebiet sei.

Auf die versteckten Schäden wies Straußberger hin. "Vor 15 Jahren fanden wir noch 57 Schneckenarten, darunter Kostbarkeiten wie die Gestreifte Windelschnecke und die Weitgenabelte Kristallschnecke. Manche Art ist seitdem verschwunden, der Wald wird zu trocken."

Der Teichelberg sei noch immer in großer Gefahr. Es solle noch weiter abgebaut werden, erläuterte BN-Kreisvorsitzender Josef Siller. Gehe es nach der Basalt AG, dann wird die ganze Kuppe des Berges mit ihrem Urwald den Baggern zum Opfer fallen. 2011 hat die Firma den Abbau von weiteren 37 Hektar beantragt. Obwohl die Höhere Naturschutzbehörde in Regensburg den Antrag strikt abgelehnte, verfolgt die Basalt AG ihre Pläne weiter. Dahinter steht der Werhahn-Konzern. Dieser ist europaweit aktiv und betreibt allein in Deutschland über 100 Steinbrüche.

Seit mehreren Jahren liegt der Antrag auf Abbau beim Bergbauamt in Bayreuth. "Wird er genehmigt, so bedeutet das die Zerstörung der ,Arche Noah Teichelberg' ", sagte Siller. Der Teichelberg sei im Besitz des Freistaats Bayern. Siller nannte es einen Skandal, dass der Freistaat nicht in der Lage sei, seine eigenen Naturschutzgebiete zu schützen.

Der BN werde um den Teichelberg kämpfen. "Wenn der Teichelberg fällt, dann ist kein Naturschutzgebiet mehr sicher." Ralf Straußberger bekräftige "Der Teichelberg ist so wichtig wie das Riedberger Horn. Wenn nötig, wird der Bund Naturschutz durch alle Instanzen klagen."
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