Wasser- und Abwassergebühren steigen deutlich
Mehrheit gegen Staffelung

Vermischtes
Pechbrunn
09.09.2016
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Deutlich mehr müssen die Bürger der Gemeinde Pechbrunn ab 1. Oktober 2016 für Wasser und Abwasser zahlen. Gegen die Stimmen der SPD beschloss die CSU-Mehrheit im Gemeinderat eine Erhöhung der Gebühren in einem Schritt.

Zum genannten Stichtag steigt der Preis für den Kubikmeter Wasser von 1,56 auf 2,02 Euro. Beim Abwasser klettert der Preis von 1,80 auf 2,30 Euro pro Kubikmeter. "Eine Anpassung ist unumgänglich", hatte Bürgermeister Ernst Neumann eingangs betont und auf eine Empfehlung der Rechtsaufsicht des Landratsamtes verwiesen.

Laut Neumann ergab die Kalkulation bei der Wasserversorgung eine Unterdeckung von rund 25 000 Euro allein für das laufende Jahr. Um eine Kostendeckung zu erreichen, sei eine Anhebung der Gebühr pro Kubikmeter um 46 Cent notwendig. "Damit werden aber lediglich die laufenden Unterdeckungen, nicht jedoch die Unterdeckungen der vergangenen Jahre aufgefangen", erklärte Neumann. Ähnlich die Situation beim Abwasser: Hier müsse der Kubikmeterpreis um 50 Cent steigen, um eine Kostendeckung zu erreichen.

Zuletzt vor 13 Jahren


Isgard Forschepiepe (SPD) sprach von einer heftigen Erhöhung und sah darin eine erhebliche Belastung von Familien. Anstelle einer Anhebung in einem Schritt schlug sie eine gestaffelte Erhöhung der Gebühren über die kommenden zwei Jahre vor. Bürgermeister Neumann stellte eine mögliche Staffelung daraufhin zur Diskussion. 2. Bürgermeister Josef Hollmann (CSU) sah bei jeder Gebührenerhöhung Diskussionsbedarf in der Bevölkerung. "Aber die letzte Erhöhung gab es vor 13 Jahren. Wir müssen da was tun." Hollmann gab zu bedenken, dass mit der Erhöhung ja nur die Kosten für 2016 gedeckt würden. "Die Unterdeckungen der vergangenen Jahre bleiben für den Bürger unberücksichtigt."

Gerhard Flügel (SPD) trat dennoch für eine Staffelung ein. "Wir sollten den Bürger nicht über Gebühr belasten." Josef Hollmann erwiderte, dass Wasserversorgung und Entwässerung kostendeckend arbeiten müssten, wobei ihm der Bürgermeister zustimmte. Hildegard Rank (SPD) ließ sich nicht erweichen und mahnte ebenfalls eine Staffelung an.

"Am unteren Level"


Ernst Neumann sagte dazu: "Wir müssen dem Bürger die Gebühren richtig erklären, dann versteht er auch die Erhöhung. Unsere Gebühren sind landkreisweit ohnehin am unteren Level. Wir müssen reagieren, wir können nicht anders." Am Ende votierte die CSU-Mehrheit gegen die Stimmen der vier anwesenden SPD-Räte für eine Erhöhung in einem Schritt ab 1. Oktober 2016. Thomas Döhler (SPD) bat darum, die Satzungen auf der Gemeinde-Homepage zu veröffentlichen, was Bürgermeister Ernst Neumann prüfen will.

Ernst Neumann kam kurz auf Kindergarten und Schule zu sprechen. Dort seien die Küchen-Einbauten jeweils abgeschlossen. Die erste Klasse der Grundschule werde mit zwölf Kindern ins neue Schuljahr gehen, die zweite Klasse mit 20 Kindern und die Kombiklasse 3/4 mit 22 Kindern.

Nicht zuletzt berichtete der Bürgermeister von einem Schreiben der Entsorgungsfirma Magnitz, wonach mit der Verteilung der Gelben Säcke sparsam umgegangen werden solle. Viele dieser Säcke wurden zweckentfremdet eingesetzt, was künftig nicht mehr toleriert werde, so die Aussage des Unternehmens. Neumann erklärte, dass pro Person 13 Säcke im Jahr ausreichen müssten. Er forderte die Bevölkerung auf, sorgsam mit den Gelben Säcken umzugehen. Wobei, so der Bürgermeister einschränkend, "wir in der Gemeinde mit der Zuteilung dieser Säcke nicht gefährdet sind. Bei uns hält sich noch alles im Rahmen".
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