Johannes-Hospiz zieht nach einem Jahr Bilanz - 100 Menschen begleitet
Würde für letzte Lebenstage

Die Verantwortlichen und Unterstützer des Johannes-Hospiz (von links): Johann Dechant, Richard Deml, Sabine Sudler, Petra Seitzer, Barbara Wilhelm (Bürgermeisterin von Pentling) und Martin Steinkirchner. Bild: ehi
Archiv
Pentling
08.04.2015
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Am 1. April 2014 nahm das Johannes-Hospiz in Pentling seine Arbeit auf. Aus diesem Anlass trafen sich die Verantwortlichen, Träger und Unterstützer der Einrichtung, um eine Jahresbilanz zu ziehen. Seit seiner Eröffnung konnte das erste stationäre Hospiz in Ostbayern bisher 100 Gäste aufnehmen, 90 von ihnen sind dort verstorben.

"Für uns ist es aber nicht wichtig, wie viele Gäste es sind. Für uns sind das Menschen mit ihren ganz persönlichen Schicksalen. Wir wollen möglichst nah an ihnen dran sein", erläuterte Hospiz-Leiterin Sabine Sudler. Wichtig sei es ihr von Projektbeginn an gewesen, dass das Hospiz auch in der Wahrnehmung und dem Herzen der Öffentlichkeit ankomme.

Nichts Abschreckendes

Dass dies gelungen ist, zeigten die Rückmeldungen von Pentlings Bürgermeisterin Barbara Wilhelm und Regensburgs Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, die aus der Bevölkerung vor allem positives Feedback erhalten hätten. Wilhelm erklärte, sie sehe diesen Ort nicht als etwas Abschreckendes. Vielmehr handle es sich um ein Haus, wo auch die letzten Tage des Lebens noch würdevoll gestaltet werde. "Das Bemühen der Bevölkerung, des Hospiz-Vereins und der Johanniter hat wieder einmal deutlich gemacht, zu was unsere Region fähig ist, wenn es um Mitmenschlichkeit geht", ergänzte Wolbergs. Er betonte aber auch, dass der Bau einer solchen Einrichtung eine Sache sei, der Betrieb aber die andere. Mit den Kosten dürfe man den Träger nicht alleine lassen.

"Zehn Prozent der Unterbringungskosten müssen wir als Betreiber selbst aufbringen", berichtete Martin Steinkirchner, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe in Ostbayern. 2014 sei dadurch ein Defizit von rund 250 000 Euro entstanden. Kompensiert wurden diese Kosten durch Spenden sowie den Förderverein "Freundeskreis Johannes-Hospiz". Wolbergs appellierte, Fördermitgliedschaften einzugehen und die Einrichtung zu unterstützen. Der stellvertretende Landrat Johann Dechant betonte aber auch, dass es sich gerade bei Sterbebegleitung und Trauerarbeit um wichtige Aufgaben der Menschheit handle, die eigentlich unbezahlbar seien. Dechant drückte den Helfern für ihre Arbeit seinen größten Respekt aus.

"Natürlich gibt es immer auch Situationen, wo einem eine Träne im Auge steht. Aber wenn das nicht so wäre, wäre das viel schlimmer. Dann wären wir Maschinen", betonte Sudler. Regelmäßige Gespräche sollen dem Hospiz-Team aber bei der Verarbeitung ihrer Erfahrungen helfen.
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