Begeisterndes Konzert
Chor kann weltlich

Der Projektchor ist für seine geistliche Ausrichtung bekannt, bei einem Konzert zeigte er, dass er auch in der Unterhaltungsmusik stimmsicher ist. Bild: sus
Kultur
Pfreimd
30.07.2016
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Der Projektchor - seit über neun Jahren in und um die Landgrafenstadt bekannt - hat im übervollen Bürgersaal als Teil der 800-Jahr-Feier der Pfarrei ein Sommerkonzert der etwas anderen Art aufgeführt. Die Spezialisten für geistliche Chormusik gaben sich dieses Mal weltlich.

Die beiden Moderatoren Peter Junge und Peter Stubenvoll führten mit viel Witz und Esprit durch den Abend. Sie wussten auch die eine oder andere Anekdote aus dem Probenalltag zu erzählen - sehr zur Überraschung mancher Sängerkollegen. Mit dem ersten Lied "Nette Begegnung" zogen die Chormitglieder singend durch den Saal und begrüßten dabei gleichzeitig die Zuhörer.

Schon hier zeigte sich die große Stärke des Chores, klanglich überzeugend a cappella zu singen. Auf den fulminanten "Opener" folgte die berühmte Ouvertüre aus der Oper "Wilhelm Tell" von Gioachino Rossini, dargeboten als A-Cappella-Chorstück mit rhythmischen Silben. "Have a nice day", "Stand by me", "Un poquito Samba" und "Circle of Life" nahmen die Besucher mit auf eine Reise durch die Musikstile unterschiedlicher Länder und Kontinente.

Im zweiten Teil folgten Liebeslieder, die augenzwinkernde Beschreibung eines mehr oder weniger gelungenen "Rendezvous" etwa, gefolgt von "Nur für dich" von den Wise Guys. Danach durfte Johannes Eger zum ersten Mal sein Können am Piano unter Beweis stellen, als er den Chor bei "Fix You" von Coldplay begleitete, einer wunderschönen Chorfassung dieses hochemotionalen Songs Mit dem Klassiker "Breaking up is hard to do" endete der zweite Block.

Beim anschließenden "Piano Man" von Billy Joel zeigten die beiden Moderatoren ihre Sangeskünste als Tenor-Solisten. Peter Stubenvoll zückte seine Blockflöte für das "Adiemus" von Karl Jenkins, dem Maximilian Brunner an Cajon und Congas den richtigen Rhythmus verlieh. Mit "Übern See" und "Heast as net" kam der Chor über die Alpen musikalisch langsam wieder in heimatliche Gefilde.

Absoluter Höhepunkt war das Abschlussstück "Blasmusik a cappella", für das Peter Stubenvoll selbst ein Medley aus "Auf der Autobahn" und "Trompetenecho" von Slavko Avsenik sowie dem "Böhmischen Traum" arrangiert hatte. Bis zur Achtstimmigkeit fächerte sich dieses Werk auf und verlangte den Sängern einiges ab. So überraschte es nicht, dass das Konzert mit langem Applaus und stehenden Ovationen endete und der Chor nicht ohne zwei Zugaben abtreten durfte.
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