„Freundeskreises Leuchtenberg“ zu gast in Pfreimd
Ein Herzog auf Geschichtsreise

Herzog Nicolaus von Leuchtenberg de Beauharnais trug sich gerne in das Goldene Buch der Stadt Pfreimd ein. Der Gast dankte dem Bürgermeister für den herzlichen Empfang und die umfassenden Informationen über Pfreimd, das er nun kennengelernt hatte. Bild: hm
Kultur
Pfreimd
05.06.2016
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Herzog Nicolaus von Leuchtenberg de Beauharnais ist die Geschichte seiner Vorfahren eine Herzensangelegenheit. Sie ist eng mit Pfreimd verbunden und so bekam die frühere Haupt- und Residenzstadt der Landgrafen adeligen Besuch.

Einst hatte Pfreimd Rang und Namen als Haupt- und Residenzstadt der Landgrafen von Leuchtenberg. Zwar blieb dem Städtchen dieser Titel bis 1803 erhalten, jedoch verlor Pfreimd mit dem Aussterben des landgräflichen Geschlechts im Jahr 1646 zunehmend an Bedeutung. Das Haus Wittelsbach trat in die Erbfolge ein, und der Titel des Landgrafen von Leuchtenberg trat kaum mehr in Erscheinung. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts kam es zu einer "Wiederbelebung". Der Adoptivsohn von Napoleon I. Bonaparte, Eugéne de Beauharnais, verehelichte sich mit Auguste, der Tochter von König Maximilian I. Joseph von Bayern. In Reminiszenz an die alten Landgrafen von Leuchtenberg verlieh der bayerische König seinem Schwiegersohn den Titel eines "Herzogs von Leuchtenberg und Fürst von Eichstätt".

Die Leuchtenbergs wurden in Bayern heimisch und galten zu Zeiten König Max I. Joseph als erstes Fürstenhaus in Bayern nach den Wittelsbachern. Dieses französisch-bayerisch-russische Adelsgeschlecht ist heute stark in Vergessenheit geraten. Dem Nachkommen des 1817 geborenen Herzogs Maximilian, Nicolaus von Leuchtenberg de Beauharnais, ist es deshalb ein Herzenswunsch, der breiten Öffentlichkeit die Geschichte seiner Vorfahren wieder näher zu bringen. So kam es auf dem Leuchtenberg-Tag in Seeon im August 2014 zur Begründung eines "Freundeskreises Leuchtenberg". Dessen Ziel ist es, das Bewusstsein über die Leistungen der Leuchtenbergs in und für Bayern zu stärken.

Der Freundeskreis stattete am Freitag und Samstag dem Markt Leuchtenberg und der Stadt Pfreimd einen Besuch ab. Beim offiziellen Empfang im Ratssaal der Stadt Pfreimd stellte Bürgermeister Richard Tischler die Landgrafenstadt mit ihrer vielfältigen Geschichte, der aktuellen Infrastruktur, Kultur und Gewerbe vor. Der Eintrag des Herzogs in das Goldene Buch der Stadt sowie in das Gästebuch rundete die Begrüßung ab. Anlaufpunkte zur Verdeutlichung der reichhaltigen Geschichte mit Bezug zu den Landgrafen von Leuchtenberg waren das Bürgerhaus "Schloss Pfreimd", die Schlossmauerreste, die barocke Schmuzerkirche Mariä Himmelfahrt, der Besuch der Ausstellung "Beauharnais-Napoleon-Leuchtenberg" im Bürgerhaus und die abschließende Kaffeepause auf dem Eixlberg mit Besichtigung der Wallfahrtskirche Sankt Barbara. Nach einem erlebnisreichen Tag galt der besondere Dank Helmut Friedl für seine kompetente Begleitung.
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