Kirche als Rarität

Die Pfreimder Pfarrkirche gilt als Rarität in der mittleren Oberpfalz. Bild: hm
Kultur
Pfreimd
04.04.2016
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Die Pfreimder Pfarrkirche kommt einem "Theatrum sacrum" gleich. Mit welchen Besonderheiten sie der renommierte Baumeister Johann Schmuzer ausgestattet hat, ist einer Ton-Bild-Schau zu entnehmen.

"Unbekannte Pfarrkirche" - so lautet der Titel eines Lichtbildervortrages, zu dem der Heimatkundliche und Historische Arbeitskreis "Der Stadtturm" am Freitag, 8. April, um 19.30 Uhr in den Bürgersaal im Schlosshof einlädt. Der Abend ist Teil der Vortragsreihe im Rahmen des 800-jährigen Jubiläums der Pfarrei und befasst sich insbesondere mit den Besonderheiten der von Baumeister Johann Schmuzer aus Wessobrunn errichteten Pfarrkirche "Mariä Himmelfahrt".

Die für das Zustandekommen dieser Ton-Bild-Schau verantwortlichen Stadtturm-Mitglieder Reinhard Steindl (Fotos) und Hans Paulus (Text) haben ihr Augenmerk vor allem auf außergewöhnliche Blickwinkel und besondere Perspektiven der reichhaltigen barocken Ausstattung des Gotteshauses gelegt. So unscheinbar, wie sich das äußere Erscheinungsbild des Kirchenbaus dem Betrachter präsentiert, umso reichhaltiger und vielfältiger stellt sich die barocke Innenausstattung der Kirche dar. Den Fokus hierauf zu richten, war das Anliegen der Autoren.

Die einstündige Dia-Audiovisionsschau setzt sich eingangs mit der Gründungsgeschichte der seit acht Jahrhunderten bestehenden Pfarrei auseinander. Baugeschichtliches über das Gotteshaus mit Erläuterungen zu den Vorgänger-Kirchen schließt sich an, bevor das Hauptthema, die Würdigung der Arbeit des berühmten Baumeisters Johann Schmuzer, in Form einer visuellen Kirchenführung folgt.

Dem Besucher der Bilderschau öffnen sich dabei ungewöhnliche Details, die das ungeschulte Auge oftmals gar nicht wahrnimmt. Seien es die mehr als 70 Engelsköpfe und Putten, verteilt auf den gesamten Kirchenraum, oder der außergewöhnliche Baldachin über dem Hochaltar - zur Erbauungszeit ein Novum nördlich der Alpen - dies und noch vieles mehr wird fotografisch mit teils ungewöhnlicher Perspektive in Szene gesetzt.

Waltraud Gebhard und Josef Eichinger führen als Sprecher durch die visuelle Kirchenführung, die musikalisch unterlegt ist durch Werke von Lambert Kraus, Abt des Klosters Metten, geboren 1729 in Pfreimd.

Für die Quadrokopter-Aufnahmen zeichnet Sebastian Most verantwortlich. Die von Schmuzer gewählte Architektur des Hochaltars und der Seitenaltäre, die mit Plastik und Malerei zu einem Gesamtkunstwerk verschmilzt, lässt von einem bestimmten Standort aus ein "Theatrum sacrum", ein "heiliges Theater" entstehen. Hier zeigt sich in hervorragender Weise Johann Schmuzers Kunstfertigkeit - sowohl als Planer, als Baumeister und als Stuckator.

Die Pfreimder Pfarrkirche ist die einzige Kirche, in der sich nahezu die gesamte Innenausstattung und Stuckierung von Schmuzer bis auf kleine Veränderungen erhalten hat.

Den Besucher der Audiovisionsschau erwartet somit ein besonderes Erlebnis. Der Eintritt ist frei.
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