Lauter Oberpfälzer

Das Streichorchester präsentierte sich beim Konzert von seiner besten Seite und ließ die Symphonia von Franz Gleißner hören. Bilder: sus (2)
Kultur
Pfreimd
16.11.2016
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Ohrenzeugen einer kleinen Sensation wurden die mehr als 100 Gäste des Herbstkonzerts des Gesang- und Orchestervereins am Sonntagnachmittag im Bürgersaal. Chor und Orchester präsentierten in ihrem Programm Komponisten aus der Oberpfalz aus vier Jahrhunderten.

Darunter auch ein kleines Stück von Franz Strauß, dem Vater Richard Strauß', der am 26. Februar 1822 in Parkstein geboren wurde. Er vertonte ein Gedicht von Nikolaus Lenau unter dem Titel "Ghasel". Durch einen glücklichen Umstand konnte das bisher unveröffentlichte Lied 2015 in Parkstein uraufgeführt werden. In Pfreimd präsentierte Sopranistin Susanne Meisel frisch und leicht, souverän begleitet von Stefanie Schreyer am Flügel, das Liebeslied mit seinem arabischen Versmaß zum dritten Mal überhaupt. "Danke für das musikalische Highlight, ich wusste nicht, welche Kunstschätze die Oberpfälzer zu bieten haben", fasste zweite Bürgermeisterin Dr. Johanna Mertins ihren Eindruck der Darbietung spontan zusammen und teilte damit sicher die Empfindungen der Zuhörer.

Im Programm präsentierte Moderator Karl Prell zu jedem Komponisten einen kurzen Lebenslauf und hatte auch so manche Anekdote in petto. Wie die von Max Reger: Reger bleibt Reger, weil sein Name ein Palindrom ist, also von vorne wie von hinten gelesen immer Reger bleibt.

Der Chor unter der Leitung von Peter Stubenvoll vermittelte den Zuhörern gut die mystische Stimmung von Matthias Claudius' Gedicht "Der Mond ist aufgegangen" in der Fassung des Regensburgers Markus Piller (geboren 1989). Die Sänger bewiesen ihr Können auch mit Liedern von Christoph Willibald Gluck (1714-1787, geboren in Erasbach bei Berching) aus "Orpheus und Eurydike" sowie Max Reger (1873-1916, geboren in Brand).

Am Ende Bayernhymne


Unter der Leitung von Winfried Siller präsentierte sich das Streichorchester von seiner besten Seite. Das Horn in August in Hollers (1744-1814, geboren in Sperlhammer) "Avertissement in D" vermissten die Zuhörer kaum, genossen die liebliche Stimmung in den Werken des Neusathers Michael Haller (1840-1915) und ließen sich mitreißen von der Dramatik in der "Symphonia" von Franz Gleißner (1761-1818, geboren in Neustadt a. d. Waldnaab). Zur Bayernhymne des Schwandorfers Konrad Max Kunz (1812-1875) durfte auch das Publikum sein Können unter Beweis stellen und mitsingen .
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