Stadtrat denkt über Museumskonzept nach
Schatzkästchen für die Funde

Ein kleiner Rundgang mit Bürgermeister Richard Tischler: Drei Museumsräume - knapp 100 Quadratmeter - stünden im Pfreimder Bürgerhaus zur Präsentation slawischer Exponate zur Verfügung. Bild: Völkl
Kultur
Pfreimd
28.01.2016
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Für überregionales Aufsehen sorgen seit mehreren Jahren die slawischen Funde in Pfreimd. Was soll mit den restaurierten Exponaten geschehen? Werden sie in einem Museum ausgestellt, verschwinden sie in Depots?

Auf der Nekropole bei Iffelsdorf gelang Studenten der Universitäten Bamberg und Wien unter der Leitung von Dr. Hans Losert und Professor Dr. Erik Szameit sogar ein Sensationsfund: die Gürtelgarnitur eines awarischen Reiters. Im Vorjahr stieß man dann auf ein goldenes Ohrgehänge im byzantinischen Stil. Und nur unweit davon entfernt, auf dem Neubaugelände der Firma Gerresheimer, wurden ebenso archäologische Schätze gehoben.

Bürgermeister Richard Tischler machte die Situation am Mittwoch im Stadtrat zum Thema. Er hatte Kontakt zur Landesstelle für nichtstaatliche Museen aufgenommen, das zu einem "vernetzten Museum der Slawenregion" rät. Einklinken könnten sich der Geschichtspark Bärnau, die Stadt Pfreimd mit Funden in Iffelsdorf und auf dem Gelände der Firma Gerresheimer, der Fundort Dietstätt und Kümmersbruck.

Auf Geschichtstour


Geschichtsinteressierte könnten so slawische Funde an den jeweiligen Orten besichtigen, die Etappen zu einer Slawen-Tour zusammenlegen. Pfreimd wäre dabei eine Station von mehreren.

Doch zur Präsentation braucht die Stadt ein fundiertes Konzept. Im Bürgerhaus gibt es auf knapp 100 Quadratmeter bereits drei sanierte und bezuschusste Museumsräume, die sich eignen würden. Der Stadtrat beschloss einvernehmlich, mit Experten der Museumspädagogik Kontakt aufzunehmen und sich finanzielle Angebote für eine Museumskonzeption unterbreiten zu lassen. Im Anforderungsprofil könnte als eine spätere Option auch das derzeit leerstehende Haas-Haus untersucht werden. Laut Bürgermeister Tischler würde das Museumskonzept von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen bezuschusst.

Stadtrat Eduard Dippl fragte, ob nicht das Freilandmuseum Neusath -Perschen eine zeitlich näherliegende Variante sei. Bürgermeister Tischler betonte, dass ist hier die Früh- und Vorgeschichte nicht vertreten sei. Und das Depot in Neusath platze ohnehin aus allen Nähten.

Angebote einholen


Die Stadtverwaltung wird nun Angebote über ein Museumskonzept einholen und dann wieder dem Stadtrat vorlegen. Rederecht wurde dem Zuhörer Hans-Peter Schaller eingeräumt, dem die Pfreimder Geschichte sehr am Herzen liegt. Sein eindringlicher Appell: Die Exponate sollen in Pfreimd bleiben, damit die Bürger nicht - wie beim Pfreimder Schatz - "nach Hamburg fahren müssen, um ihn zu sehen".
Die Landesstelle für nichtstaatliche Museen rät zu einem vernetzten Museum.Bürgermeister Richard Tischler
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