Ausbau nicht ohne Lärmschutz

"Keine Elektrifizierung ohne Lärmschutz": Darin waren sich die Teilnehmer der Kreisversammlung des Gemeindetages einig. Auf dem Podium saßen (von links): die Abgeordneten Marianne Schieder und Karl Holmeier, Vorsitzender Martin Birner, Bürgermeister Richard Tischler, Robert Hanft von der Bahn, zweiter Vorsitzender Georg Butz und Peter Exner vom "Forum Bahnlärm".
Lokales
Pfreimd
14.04.2015
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Wenn die Bahnstrecke zwischen Hof und Regensburg elektrifiziert wird, ist auch ein effektiver Lärmschutz entlang der Gleise nötig. Darauf drängt die Politik, die betroffene Bevölkerung sowieso. Im Zentrum steht eine Frage.

Thomas Kraus vom "Forum Bahnlärm" machte bei der Kreisversammlung des Bayerischen Gemeindetages gestern in den Vereinsräumen der Landgraf-Ulrich-Halle klar, worauf es den Anwohnern entlang der Bahnstrecke ankommt: "Wir sind nicht gegen die Elektrifizierung, aber gegen einen Güterzug-Korridor ohne wirksame Lärmvorsorge- und Erschütterungsschutz-Maßnahmen". Die Zahl der Güterzüge auf der Trasse werde - vor allem nachts - sprunghaft ansteigen, was für die an der Strecke wohnenden Menschen eine große Belastung darstelle. Die Rede ist laut eines Gutachtens von bis zu 80 am Tag. Außerdem seien Güterzüge länger und verursachten größere Erschütterungen.

Die Initiative der Bahn, die Bremsen der Züge umzurüsten, damit der Lärm halbiert wird, bezeichnete der Sprecher als "richtig". Allerdings mache diese Maßnahme nur dann Sinn, wenn sämtliche Waggons in der Europäischen Gemeinschaft derart umgebaut werden. Prinzipiell wünschen sich die Vertreter des "Forum Bahnlärm" eine rechtsverbindliche Zusage über Lärmvorsorge-Maßnahmen entlang der Bahnstrecke. Ein rechtlicher Anspruch darauf besteht nur dann, wenn der Ausbau als erheblicher baulicher Eingriff gewertet wird. Ansonsten sei Lärmschutz eine freiwillige Leistung, deren Umsetzung laut Kraus Jahrzehnte dauern könnte. Außerdem gelten in diesem Fall - einer sogenannten "Lärmsanierung" - andere Grenzwerte.

Bahnvertreter Robert Hanft machte klar, dass das Unternehmen in diesem Ost-Korridor, in dem auch die Bahnstrecke Hof-Regensburg liegt, einen großen Nutzen sehe. Er unterstrich: "Dass es Betroffenheiten geben wird, wenn wir ausbauen, ist uns bewusst". Die Bahn setze sich aber dafür ein, bis zum Jahr 2020 den Schienenlärm zu halbieren - beispielsweise durch die Umrüstung der Güterzüge. Er sagte zu, dass sämtliche Waggons der DB bis zu diesem Zeitpunkt umgebaut werden. Außerdem verlangt die Bahn im Zuge des "Lärmabhängigen Trassenpreissystems" einen Zuschlag für laute Züge.

Kreisverbands-Vorsitzender Martin Birner hatte zuvor von einer "Chance" gesprochen, die die Elektrifizierung der Bahnstrecke biete. Allerdings seien in diesem Zusammenhang Begleitmaßnahmen in Sachen Lärm- und Erschütterungsschutz notwendig. In das gleiche Horn stieß Landrat Thomas Ebeling. Er ergänzte: "Wenn alle an einem Strang ziehen, hoffen wir, dass wir das Beste für unsere Region herausholen können".
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