Bernhard Wiesgickl hat Down-Syndrom und ist leidenschaftlicher Comic-Zeichner
Erlebnisse aus dem Alltag verarbeiten

Lokales
Pfreimd
07.11.2014
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Unter einem bunten, gebastelten Regenbogen an der Wand sitzt Bernhard Wiesgickl in einem gemütlichen Sessel. Noch viel bunter als der Regenbogen ist die Palette an Farbstiften, die neben ihm auf dem Tisch liegt. In einem dicken Ordner hat er noch nicht ganz fertige, unkolorierte Zeichnungen eingeheftet. Mit raschen Strichen entstehen die Umrisse eine Person auf weißem Papier, darüber ein Name: Martina.

Martina ist eine der vielen Figuren, die sich Bernhard Wiesgickl in seiner Freizeit ausdenkt. Der 35-jährige Pfreimder hat das Down-Syndrom; die Bildergeschichten, die er rund um seine Figuren zeichnet, helfen ihm, seine Erfahrungen und Erlebnisse aus dem Alltag zu verarbeiten. Aufgebaut sind die Geschichten wie Fernsehserien: Abfolgen von Bildern, die die "Darsteller" in verschiedenen Situationen zeigen. Und sogar Werbe- unterbrechungen hat Bernhard Wiesgickl hier mit eingebaut.

"Ich habe 1989 angefangen zu zeichnen. Damals war ich ein zehnjähriger Junge", erzählt er. Seine ersten Werke landeten in der Papiertonne - bis er von der Ausstellung eines Künstlers hörte, der ebenfalls das Down-Syndrom hat. Von da an hob er alle Zeichnungen auf, bis 2001 sein Traum von einer eigenen Ausstellung wahr wurde: Er konnte seine Arbeiten in Pertolzhofen öffentlich zeigen.

Fortsetzung auf Seite 19
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