Ein Bypass reicht nicht aus

Der Neubau der Straße zum Gewerbegebiet "Am Kalvarienberg" ist beschlossene Sache. Während der Bauphase muss eine Ersatzzufahrt geschaffen werden, um die Betriebe nicht abzunabeln. Bild: Völkl
Lokales
Pfreimd
15.12.2014
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Das Nadelöhr zum Gewerbegebiet "Am Kalvarienberg" muss aufgeweitet werden. Bisher ging der Stadtrat allerdings davon aus, dass die alte Straße während des parallelen Neubaus als Notzufahrt dienen kann. Davon muss man sich verabschieden.

(cv) Die große Infotafel im Zufahrtsbereich listet die Firmen im Gewerbegebiet "Am Kalvarienberg" auf. Sie stöhnen über die enge Zufahrt. Die bisherige Breite und der enge Radius bereiten vor allem den Spezialfahrzeugen der hier ansässigen Spedition Schwandner enorme Probleme. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss er sein Betriebsgelände mit bis zu 42 Meter langen Schwertransporten anfahren können. Aber auch Betriebe wie der Arzneimittelgroßhandel Finze oder Landmaschinen Igl würden aufatmen.

Die Pläne des Ingenieurbüros König sehen vor, die neue Straße "Am Kalvarienberg" auf einer Länge von 690 Metern in zwei Abschnitten mit einer Breite von acht Metern frostsicher auszubauen. "Schwarz" sind dann 6,50 Meter nach Abzug der Seitenflächen. Im kritischen Kurvenbereich bei der Einmündung in die Schloßbergstraße (Richtung Autobahnanschluss) ist ein völliger Neubau neben der bestehenden Trasse erforderlich. Der dann etwa einen Meter tiefer liegende alte Streckenteil könnte eventuell als Parkplatz für Pendler dienen.

Zu lange abgeschnitten

Das Straßenbauprojekt ist soweit abgesegnet, soll auch im nächsten Jahr realisiert werden. Trotzdem hatte sich der Stadtrat nun noch einmal damit zu befassen, da während der Bauphase eine Ersatzstraße erforderlich wird. Die bisher angepeilte Behelfszufahrt auf der bestehenden, alten Trasse scheidet laut Verwaltungsleiter Bernhard Baumer aus. Zufahrts- und Baustellenverkehr kämen sich zu sehr in die Quere. Die Firmen wären zu lange abgeschnitten.

Angedacht war eine Zufahrt über die "Panzerstraße" der Bundeswehr. Doch ob man hier drei, vier Monate bevorrechtigt fahren kann? Außerdem würden die Zufahrtswinkel Probleme bereiten. Die Alternative ist eine tragfähig mit Schotter ausgebaute Stichstraße, die von der zur Oberpfalzkaserne führenden Schloßbergstraße auf halber Höhe Richtung Gewerbegebiet führt. "Das wäre eine saubere Trennung von der Baustelle", meinte Baumer. Die Kosten liegen bei rund 35 000 Euro. Die Gesamtmaßnahme erhöht sich von 255 000 Euro auf 293 000 Euro.

Der Fahrplan: Ausschreibung im Januar, Submission im Frühjahr, Baubeginn nach Ostern, Fertigstellung im August.

Stadtrat Hans Müller gab zu bedenken, dass die Einfahrt in den geplanten Behelfsweg nicht gerade komfortabel sei. "Das wird kein Mercedes", so Bernhard Baumer. Die Streckenführung sei mit dem Transportunternehmen Schwandner abgesprochen, da er die Notzufahrt mit den längsten Fahrzeugen bewältigen muss. Vier Monate sei der Umweg über die Behelfsvariante "machbar".

Über PWC-Anlage?

Stadtrat Norbert Auer war etwas konsterniert, dass das Planungsbüro nun eine Ersatzzufahrt auf den Tisch bringe. Auer regte an, eine Variante über den nahen PWC-Parkplatz an der Autobahn zu prüfen. Ein Zehn-Meter-Stück, "das wäre am billigsten". Günther Strehl konnte sich nicht vorstellen, dass das reibungslos funktioniere. Zumal diese Variante für Traktoren ausscheide, warf Alfred Armer ein. Sie könnten laut Auer den Weg über Perschen nehmen.

Bürgermeister Richard Tischler schlug vor, das Thema in einem Gespräch mit der Autobahndirektion abzuklären. Ansonsten wird die Behelfszufahrt gebaut, so der Beschluss des Stadtrates.
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