Erster Schritt zum Schmuckstück

Das Haus in der "Alte Schulgasse" ist dringend renovierungsbedürftig. Vor allem auf der Rückseite des Gebäudes sind schon schwere Schäden zu sehen.
Lokales
Pfreimd
26.06.2015
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Das jahrhundertealte Haus liegt schon lange im Dornröschenschlaf und verfällt vor sich hin. Die Stadt will es aufwecken und daraus wieder ein Schmuckkästchen in der Altstadt machen. Dafür ist noch viel Arbeit nötig, der Anfang ist aber getan.

Ein Team aus Architekten, Statikern und einer Bauforscherin machte sich in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege in den vergangenen Monaten an die Bestandsaufnahme und nahm das Haus in der "Alte Schulstraße" genau unter die Lupe. Das Ergebnis präsentierte es dem Stadtrat, als er vor seiner Sitzung am Mittwoch das ehemalige Handwerkerhaus begutachtete.

Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege lobte die Stadt zunächst für ihr Bemühen, Leerstände zu minimieren. Die Kommune kaufte das Gebäude vor zwei Jahren und übernahm die sogenannte "Risikophase". Das heißt, sie beauftragte die Experten für die Untersuchung des Hauses, damit jetzt der Sanierungsbedarf - und damit auch relativ genau die Kosten - ermittelt werden können. Damit wird es leichter, eventuell einen Käufer zu finden. "Jetzt können wir ganz genau sagen, was auf einen Bauinteressierten an Kosten zukommt", unterstrich Bürgermeister Richard Tischler.

Verschiedene Schäden

Nachdem Architekt Günter Naumann und Bauforscherin Stefanie Bassen kurz auf die Struktur und Geschichte des alten Hauses eingegangen waren, schilderte Ingenieur Anton Landgraf dem Stadtratsgremium die Schäden, die im Laufe der Zeit an dem Gebäude entstanden sind. Sie lassen sich in drei Klassen unterteilen: ursprüngliche Schäden, die ihre Ursache zum Beispiel in Fehlern in der Konstruktion haben, Feuchtigkeit und Beschädigungen durch unsachgemäße Eingriffe im Lauf der Zeit.

Bei der Rückwand des Gebäudes lautete das Urteil des Experten: "akute Teileinsturzgefahr". Das Haus sollte also dringend über eine Notsicherung gestützt werden. Das, entgegnete Bürgermeister Tischler, sei bereits in Auftrag gegeben. Architekt Naumann schilderte im Anschluss eine mögliche Nutzung des Hauses nach einer Sanierung. Im Erdgeschoss würde demzufolge eine rund 45 Quadratmeter große Wohnung entstehen, die weitgehend barrierefrei wäre. Das Obergeschoss würde Raum für eine 100-Quadratmeter-Wohnung bieten.

Einstimmiger Beschluss

Einstimmig beschloss der Stadtrat bei der Sitzung, das an das Haus angrenzende Nebengebäude abzubrechen. Das hätte zwei positive Effekte: Lichteinfall aus Richtung Süden sowie Platz für zumindest einen kleinen Garten in der Altstadt. Das Thema wird laut Verwaltungsleiter Bernhard Baumer wohl in absehbarer Zeit wieder in den Stadtrat kommen. Dann gilt es, das weitere Vorgehen zu klären und zu konkretisieren.
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