Fehlende Aufgaben eine wesentliche Ursache - Therapien abstimmen
Depressionen nehmen im Alter zu

Lokales
Pfreimd
12.11.2014
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Himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt - so könnte man die immer wiederkehrende Symptomatik bei Personen beschreiben, die an Depressionen erkrankt sind. In der Vortragsreihe "Seelische Gesundheit im Alter" , die von der Pfarrgemeinde initiiert wird, widmete sich Georg Pilhofer, Diplom-Sozialpädagoge aus Amberg, dieser Thematik.

"Depression ist eine krankhafte Störung der Gefühlswelt und keine Geisteskrankheit", schickte Pilhofer voraus. Depression wurde lange Zeit tabuisiert. Der Betroffene befürchtet, dass die Krankheit als Schwäche oder Überforderung ausgelegt wird und in Folge dieser Einschätzung vielleicht sogar seinen Arbeitsplatz gefährdet. Diese Störung der Gefühlswelt tritt auf als Depression, also Niedergeschlagenheit oder auch als Manie, die sich in einem überzogenen Aktivismus äußert. Auch körperliche Beschwerden wie Appetit - und Verdauungsstörungen können mit der Depression einhergehen.

Etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung leiden laut Pilhofer an einer depressiven Störung. Frauen sind doppelt so häufig davon betroffen wie Männer. Mit zunehmendem Alter treten Depressionen häufiger auf. Es wird angenommen, dass fehlende Aufgaben eine wesentliche Ursache für diese Erscheinung ist. Depressionen haben auch wirtschaftliche Auswirkungen. Schätzungsweise fünf Milliarden Euro betragen die jährlichen Kosten für diese Krankheit. Dabei ist eine Steigerungsrate von 30 Prozent innerhalb von sechs Jahren zu verzeichnen. "Die Ursachen für Depressionen lassen sich im Wesentlichen auf zwei Kausalitäten zurückführen", erläuterte der Fachmann.

Auf der einen Seite stehen körperliche Faktoren wie vererbte Neigung zu Störungen oder Veränderungen im Neurotransmitter- und Hormonhaushalt. Neurotransmitter sind Botenstoffe, die Nachrichten in den Nervenbahnen transportieren. Aber auch schwere akute oder chronische Erkrankungen können Depressionen auslösen. Auf der anderen Seite finden sich (schlechte) Erfahrungen in der Kindheit, negative Selbstbilder, Alkohol- und Drogenmissbrauch und Schicksalsschläge.

Wie steht es um die Behandelbarkeit von Depressionen? Grundstock jeder Behandlung ist die Bewältigung bzw. die Bekämpfung der Ursachen. "Somit sind Psychotherapien und medikamentöse Behandlungen gleichermaßen einsetzbar", betonte Georg Pilhofer. Beide Therapien müssen jedoch gut auf den Patienten und die Depression auslösenden Faktoren abgestimmt sein. "Dann können Heilerfolge von bis zu 80 Prozent erreicht werden. Allerdings sind Rückfälle nie auszuschließen."
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