Flotte Sohle zu Songs mit Flair

Glücksgefühle via Klang: Darauf versteht sich der Große Chor der Sing- und Musikschule Pfreimd in einem Konzert, bei dem alles stimmig ist, von der Dekoration bis hin zum Büfett. Bild: Baehnisch
Lokales
Pfreimd
09.11.2014
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Gorillas eskortieren die Sänger auf die Bühne. Die Bodyguards sind fast kein Luxus für den Großen Chor der Sing und Musikschule, denn das Publikum belegt locker alle 500 Stühle in der Landgraf-Ulrich-Halle. Wer zu spät kommt, muss auf die Tribüne ausweichen, hat dafür aber eine gute Sicht auf einen ganz neuen Aspekt des Chorkonzerts.

Ein Programm, "so bunt wie Blätter im Herbst ", hat Arnold Kimmerl als Vorsitzender der Musikschule den Gästen versprochen und aufgrund des Andrangs schon mit einer Verlängerung der Halle kokettiert. Da ist der erste Song "Haus am See" gerade erst verklungen. Man braucht tatsächlich nicht zu wissen, was "Mas que nada" bedeutet, um sich genüsslich der Führung durch Moderatorin Anna Schaubeck zu überlassen - und dem, was diese Sänger so auf der Pfanne haben. Und das ist nicht wenig: Mal entführen sie ihre Zuhörer "Weit weit weg" in melancholische Gedankenwelten oder "Wäre das nicht wunderschön wie Eliza Doolittle in " My fair Lady".

Ganz entspannt tritt die Männer-Formation des Chores an mit "Always look at the bright side of life", eine Hommage an Chorleiterin Manuela Rügamer, ihre Geduld mit säumigen Sängern und ihre "positive Einstellung". Carolin Eger, Franziska Eichinger und Maria Bruckner nehmen es alleine - nur begleitet von der Band - auf mit "Empire state of mind" und bringen für einen Moment Großstadt-Flair a la "Sex and the city" in die Halle. Doch dieser Chor, der immer wieder in unterschiedlicher Besetzung aufkreuzt, versteht sich auch auf sanfte Balladen wie " Somebody to love" oder "Born to be somebody".

Musik non-stop

Mit dem Beatles-Ohrwurm "Cant't buy me love" gewinnen die Sänger an Fahrt, um schließlich ihrem Motto gerecht zu werden: "Let's sing and dance". Denn wenig später lassen die Tänzerinnen v on "Dancelicious" ihre getupften Röcke schwingen und ergänzen mit dieser Premiere das Chor-Programm. Zu "At the hop" legen sie eine flotte Sohle aufs Parkett. Gleich darauf heißt es schon wieder "Bühne frei" für eine weitere Neuheit in der Chorgeschichte: Nele Hohl zeigt mit Flip-Flops als Drums-Ersatz und Plastikrohren, wie eine sanfte Schlagzeug-Variante aussehen könnte. Tubulum nennt sich dieses Spezialinstrument, das Premiere hat in der Landgraf-Ulrich-Halle hat.

James Bond hallt nach

"Don't stop the music" fordern die Sänger dann nach der Pause. Davon sind die Zuhörer weit entfernt. Denn jetzt bringen Baby (Steffi Eytzinger) und Johnny (Chris Birner) als Tanzpaar nach dem Vorbild von Kino-Hit "Dirty Dancing" die Romantik-Fans mit ihrem Hüftschwung zum Schmelzen, während der Chor "Time of my life" beschwört. Nach dieser Tanzlektion, darf mal bei "Long train running" die Band richtig aufdrehen.

Mit "Skyfall" kommt noch einmal der ganz große Moment für die Tänzer innen. Mit einfachen Mitteln wie transparenten Tüchern gelingt es diesem Ensemble der Spielvereinigung unter Regie von Andrea Armer, die Magie dieses Bond-Themas in Bewegung umzusetzen. Bei so viel Augen- und Ohrenschmaus bräuchte es gar nicht erst einen Song wie "Happy", um Glücksgefühle freizusetzen oder die Zugabe aus kessen Tänzer n von der Formation "Wonderwoman and the Laserboyz".

Kurz vor Schluss setzt der Chor selbst noch choreografisch eins drauf und sorgt zu Rock-Klassikern für Stimmung an der Luftgitarre. Und auch ein Lieblingslied, ganz nach dem Geschmack von Bürgermeister Richard Tischler haben die Sänger im Repertoire. "An Tagen wie diesen" singen sie für ihn, diese Stimmen, von denen die jüngsten 13 Jahre alt sind und die ältesten "knapp über 40". Kein Wunder, dass das Publikum schon vor dem mitreißenden "Time Warp" aus der "Rocky Horror Picture Show" auf Stühle verzichtet.

Am Ende hat mancher noch den Refrain von "An Tagen wie diesen" im Ohr, der da lautet: "... kein Ende ist in Sicht". Das möchte man auch diesem Chor wünschen.
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