Frieden in die Welt tragen

Das Thema "Frieden in der Welt" stand im Mittelpunkt des ökumenischen Gottesdienstes in der Stadtpfarrkirche. Bild: ohr
Lokales
Pfreimd
02.02.2015
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Das "Pfreimder Bündnis gegen Rechts" stellte anlässlich des Holocaust-Gedenktages den Gottesdienst in der Pfarrkirche unter das Motto "Frieden in der Welt". Angesichts der zahlreichen Konflikte war das ein hochaktuelles Thema.

Überzogene Ansprüche Einzelner, ganzer Völker, Machthunger, Geldgier oder Überheblichkeit lösten immer wieder Kriege aus, betonte Stadtpfarrer Dr. Xavier Parambi. Maßhalten, Bescheidenheit und Respekt vor dem Anderen leisten dagegen einen Beitrag zum Frieden, so der Geistliche.

Willibald Butz an der Orgel sowie die Trompeter Andre und Dominik Pflaum begleiteten die ökumenische Feier musikalisch. "Anlässlich des 60. Jahrestages der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte der Vereinten Nationen im Dezember 1948 hat der Landshuter Künstler Richard Hillinger am 10. Dezember 2008 30 goldfarbene Tauben in Lebensgröße geschaffen", erinnerte Bürgermeister Richard Tischler. Jede von ihnen verkörpere einen der 30 Menschenrechtsartikel. Die Taube mit einem Ölzweig im Schnabel ist "auf Tour" und verweilt einige Wochen an einem Ort oder bei einer Person. Sie war schon auf allen fünf Kontinenten. Neben vielen anderen Persönlichkeiten hatten sie schon Michail Gorbatschow und Papst Benedikt XVI. in Händen

Brüchiger Friede

Die Taube auf dem Altar in der Stadtpfarrkirche rufe ins Gedächtnis, dass nach dunklen Kapiteln der Geschichte immer wieder Friedensepochen folgten: Auch nach der entmenschlichten Raserei des Zweiten Weltkrieges und dem Morden in den Konzentrationslagern zog Frieden ins Land. Doch dieser Friede sei brüchig Das Töten und Morden gehe an anderen Schauplätzen weiter. Die Botschaft des Friedens müsse dringender denn je über die ganze Welt getragen werden, resümierte Bürgermeister Richard Tischler. Manfred Bruckner und Günter Holter verglichen im Anschluss Schlagzeilen aus der Schreckenszeit des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart mit verblüffend ähnlichen Parallelen.

Gott möge allen Verantwortlichen für Krieg und Gewalt, Hass und Intoleranz Kraft zum Umdenken und zur Umkehr geben, brachte der evangelische Ruhestandspfarrer Werner Herrmann im Friedensgebet zum Ausdruck. Nur Friede in den Menschen sowie Gedanken der Liebe und Versöhnung könnten den Weltfrieden und das Überleben der Menschheit sichern.

Urbedürfnis der Menschen

Zur Lesung trugen Mitglieder des Pfarrgemeinderats diverse Zitate aus der Bibel zum Frieden vor. "Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden", lautete die Schlussbotschaft. Stadtpfarrer Dr. Xavier Parambi erinnerte in seiner Predigt an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee und an den von Nationalsozialisten systematisch durchgeführten Massenmord - vorwiegend an Juden, aber auch an Sinti und Roma, Homosexuellen und Behinderten. Der Friede sei ein Urbedürfnis und eine Sehnsucht aller Menschen. Wahrer Friede beginne immer im Kleinen. Aber Emotionen wie Neid, Hass, Wut, Ärger und sonstige negative Gefühle brächten Unfrieden. Dieser zeige sich nach außen in unseren Worten.

Zwei Vertreter der Feuerwehr trugen in den Fürbitten Festlegungen in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vor. Unter anderem "Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren". Nach dem Schlusssegen endete der Gottesdienst mit dem gemeinsam gesungenen israelischen Volkslied "Havenu schalom alejchen" -wir wünschen Frieden euch allen.
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