Gedenken mit Friedenstaube

Lokales
Pfreimd
10.01.2015
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Das Pfreimder "Bündnis gegen Rechts" erinnert an die Menschenrechte. Am Holocaust-Gedenktag am 29. Januar steht ein Friedenssymbol im Mittelpunkt, das fast die ganze Welt bereist hat.

Bürgermeister Richard Tischler hat dieser Tage außergewöhnliche Post erhalten. Gut gesichert erreichte ihn in einem Paket aus Landshut eine von 30 Friedenstauben des Landshuter Künstlers Richard Hillinger. Die Skulptur soll einer Pressemitteilung zufolge am 29. Januar bei der Feier des Pfreimder Bündnisses gegen Rechts zum Holocaust-Gedenktag eingesetzt werden. Die Taube, die in 30 Exemplaren fast schon durch die ganze Welt gewandert ist, soll an die Menschenrechte erinnern, vor allem an Frieden und Freiheit.

Aktion läuft seit 2008

Schon von alters her gilt die Taube als Friedenssymbol. Im Alten Testament zeigte eine Taube die zurückweichende Sintflut an. In Verbindung mit dem Ölzweig und dem Regenbogen wird sie als Zeichen des Friedens verstanden. "Begonnen hat die Aktion mit dem 60-jährigen Jubiläum zur Erklärung der allgemeinen Menschenrechte am 10. Dezember 2008", informiert Hillinger. Sie wurde von Hillinger zusammen mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog gestartet.

Inzwischen hat sich die bronzene Friedenstaube mit ihren Schwestern weltweit verbreitet. Sie hält sich immer für einige Wochen an einem Ort oder bei einer Person auf und wird dann weitergegeben. "Sie war eigentlich schon überall", berichtet der Künstler, "auf allen fünf Kontinenten, von Afghanistan bis Haiti, von der Mongolei bis Südafrika." Viele bekannte Persönlichkeiten hielten eine der insgesamt 30 Tauben bereits in ihren Händen: Michail S. Gorbatschow und Vaclav Havel, Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier, Papst Benedikt XVI., Erzbischof Desmond Mpilo Tutu, aber auch der Dalai Lama und Künstler wie Ai Weiwei und Kent Nagano. An dem Projekt nahmen auch Organisationen wie Amnesty International, das Europäische Parlament, der Club of Rome oder die Regensburger Domspatzen teil .

In Pfreimd soll die bronzene Skulptur ebenfalls als eine Art Impulsgeber wirken. Das "Bündnis gegen Rechts" will die Taube in der Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag in den Mittelpunkt rücken, jähren sich doch die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und das Kriegsende in diesem Jahr zum 70. Mal. Maßgeblich motiviert durch die Menschenrechtsverletzungen des Zweiten Weltkriegs wurde die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" am 10. Dezember 1948 durch die UN-Generalversammlung verabschiedet.

Viele Staaten haben die Erklärung mittlerweile in ihre Verfassung aufgeno mmen. Auch bei der Gedenkfeier in Pfreimd, die am 29. Januar, 19 Uhr, in der Pfarrkirche stattfindet, werden die Menschenrechte und das Thema Frieden im Zentrum stehen.
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