Gesamtkunstwerk vollendet

Sepp Reichl hat seine Discothek "Downtown" im Geiste des psychedelischen Pop als bunte Farbexplosion mit hunterfachen, künstlerischen Querverweisen ausgemalt. Das Lokal hat für ihn damit zusätzlich die Qualität einer Kunstgalerie erhalten. Bild: Dobler
Lokales
Pfreimd
24.03.2015
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Sepp Reichl ist ein begeisterungsfähiger und kreativer Mann. Seine neueste Kreation kann man betreten - und wird Bauklötze staunen.

Reichl ist in der Region bekannt wie ein bunter Hund. Genauso bunt wird sich ab morgen seine Discothek darstellen, die er im letzte Vierteljahr eigenhändig umgestaltet hat. Sie präsentiert sich nun so farbenfroh wie ein psychedelischer Traum und hat zu diesem Anlass auch einen neuen Namen erhalten: "Downtown City Art Gallery".

Das Etablissement gibt es sage und schreibe schon 37 Jahre. Im Februar 1978 hat Reichl die Disco aufgemacht, zwei Jahrzehnte später kam die benachbarte Musikkneipe "Yesterday" hinzu. Beide Lokale haben sich konsequent dem Zeitgeist widersetzt. Wer hingeht, fühlt sich zurückversetzt in die 1970er Jahre, als "Love and Peace" nicht nur Worte waren, sondern den Geist der progressiven Jugend ausdrückten.

So ein progressiver Jugendlicher ist Sepp Reichl noch immer - zumindest im Herzen. Denn wenn man mit ihm über seine Kunst spricht und sein begeistertes Glühen erlebt, mag man nicht glauben, dass er nächstes Jahr seinen "60." feiern wird. "Dafür reise ich in die USA", kündigte er an. In ein Land also, dass für Menschen wie ihn bei aller Kritik immer noch ein großes Freiheitsversprechen beinhaltet.

Frei ist Reichl auch in seiner Kunst, die sich wild und bunt mäandernd vom Fußboden über die Wände bis hinauf und inklusive der Decke im Raum breitmacht. Alles hat hier eine Bedeutung, jeder Farbstrich ist mit Querverweisen aufgeladen. Die dahinter stehende expressionistische Mythologie ist die des Geistes von Pop und Rock. Pink Floyd haben ebenso ihre Spuren hinterlassen wie die große Ideologie von Flower Power, also von Freiheit und dem Wunsch, sich selbst besser zu erkennen. "Jeder kann hier Anknüpfungspunkte finden", ist sich Reichl sicher, der viele persönliche Motive verarbeitet hat. Morgen Abend will er seine raumgreifende Farbexplosion erstmals öffentlich zugänglich machen.
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